Umstrittene Werbung
Bad Boy Sheen wirbt für die Fiat-Knutschkugel

US-Skandalschauspieler Charlie Sheen hätte dem Fiat 500 ein neues Image verpassen sollen: Weg von der Knutschkugel, hin zum Kraftpaket. Doch der Spot mit dem Bad Boy war Fiat zu heiß, um ausgestrahlt zu werden.
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DetroitJunge, gutaussehende Mädels feiern eine Party in einer hellen Villa. Auf einmal wackelt die Deckenleuchte. Ein schwarzer Fiat 500 braust in die Szenerie. Eine Vollbremsung auf dem Parkett. Unter den Blicken der Partygäste steigt ein Überraschungsgast mit Fußfessel aus dem Kleinwagen: Charlie Sheen. „Ich liebe es, unter Hausarrest zu stehen“, sagt er - umarmt lächelnd eine Brünette und fragt anzüglich: „Was bekomme ich für gutes Benehmen?“. Der skandalumwitterte Schauspieler spielt mit seinem Bad-Boy-Image - und sollte so Fiats Kleinwagen auf dem US-Markt noch bekannter machen.

Eigentlich sollte der umstrittene Spot schon in der Superbowl-Werbepause gesendet werden, doch den Verantwortlichen wurde der Inhalt zu heiß - sie strichen den Spot. Stattdessen setzte Fiat auf die Verführungskünste von Sheens Schauspielkollegin, dem rumänischen Model Catrinel Menghia. Mit aufreizender Pose verführte sie einen Passanten als fleischgewordener Fiat 500 - und sorgte damit ebenfalls für Empörung bei religiösen Gruppen in den USA

Der kalkulierte Skandal scheint zur Marketing-Strategie von Fiat in den USA geworden zu sein - und könnte das Wachstum des Konzerns weiter vorantreiben. In Europa schwächelt der Absatz, die Verkaufszahlen sanken zuletzt um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zuletzt drohte Fiat sogar damit, zwei Werke in Italien zu schließen. Die US-Amerikaner sind dagegen trotz hoher Spritpreise in Autokauflaune. Große Hoffnungen setzt Fiat-Chef Sergio Marchionne dabei auf die zum Konzern gehörende Tuner-Marke Abarth, mit der die Italiener dem Fiat 500 ein männlicheres Image verpassen wollen. Weg von der Knutschkugel, hin zum Kraftprotz.

Auch die Übernahme des US-Autobauers Chrysler ist für Italiener bisher ein amerikanischer Traum. Erstmals seit 1997 konnte Chrysler zuletzt wieder einen Gewinn vorlegen. Das laufende Geschäftsjahr beginnt ebenfalls gut. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte der drittgrößte amerikanische Autobauer seinen Absatz im Februar um 40 Prozent steigern. Insbesondere Trucks werden wieder gut verkauft. Aber auch der Fiat 500 legte um 69 Prozent auf rund 3.200 Einheiten verkaufte Einheiten zu. Marchionnes Kalkulation mit dem Bad-Boy-Image scheint aufzugehen.

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  • Das ist so nicht richtig: Der erste Abarth-Spot ist in den USA nie gelaufen, war zu sexy.

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