Umstrukturierung
Nokia Siemens strafft seine Führungsstruktur

Mit einer dreiköpfigen Führung will sich Nokia Siemens Networks neu ausrichten. Das Gemeinschaftsunternehmen hat enorme Probleme und baut Arbeitsplätze ab. Erste konkrete Posten für Einsparungen sind ausgemacht.
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MünchenDer gebeutelte Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks will mit einer kleineren Führungsspitze schneller aus der Krise kommen. Künftig werde die Gemeinschaftstochter von Siemens und Nokia von einem Trio aus Vorstandschef, Finanzchef und dem zuständigen Kollegen für das Tagesgeschäft (COO) gesteuert, geht aus einem Schreiben von NSN-Chef Rajeev Suri an die Mitarbeiter hervor. Bislang saß dem verlustträchtigen Unternehmen ein Vorstand mit 13 Mitgliedern vor. Mit der Neuerung sollen Geschäftsentscheidungen schneller getroffen werden, hieß es zur Begründung.

Zugleich baut der in der Kritik stehende Vorstandschef Suri zwei neue Gremien auf: Das Restrukturierungskomitee werde über den Fortgang der Sanierung wachen, ein Preiskomitee die Rentabilität der Geschäfte überprüfen. Für sein Amerika-Geschäft holt NSN den Alcatel-Lucent-Manager Ken Wirth an Bord. Der bisherige Vorstand (Executive Board) werde fortan nur noch über die langfristige Ausrichtung der kriselnden Netzwerkfirma und Personalthemen befinden, heißt es weiter.

Bei seinen Bemühungen, eine Milliarde Euro zu sparen, hat NSN neben der Streichung von weltweit gut 20.000 Stellen erste konkrete Posten ausgemacht. Rund 100 Millionen Euro sollen durch die Schließung von Standorten kommen, weitere 150 Millionen Euro durch geringere Reisekosten und den Verzicht auf externe Dienstleister.

So soll NSN im laufenden Jahr die Gewinnschwelle überschreiten, berichtet die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf NSN-Kreise. Ein Firmensprecher wollte das nicht bestätigen. „Wir haben keine neuen Ziele veröffentlicht“, erklärte er. An die Mitarbeiter schrieb Suri: „Wir machen Fortschritte, aber wir stehen noch am Anfang auf dem Weg zur neuen Strategie und es ist viel zu früh, einen Sieg zu verkünden.“ Er appellierte an die Belegschaft, den Ernst der Lage zu erkennen. „Wir haben begonnen, uns die schlechte Leistung einzugestehen, die Notwendigkeit von Wandel begriffen und kommen voran.“

Suri steht unter großem Druck. Nach seinen Plänen für einen massiven Stellenabbau und eine Schließung der Münchner Deutschlandzentrale war der Manager von Siemens-Finanzchef Joe Kaeser hart angegangen worden. Der Spielraum für Fehler sei sehr klein geworden, hatte er dem NSN-Chef klargemacht. Der Betriebsrat fordert ohnedies Suris Rauswurf.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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