Umstrukturierung
Vattenfall zähmt deutsche Tochter

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will seine selbstbewusste Deutschland-Tochter an die kurze Leine nehmen. Die ersten Schritte sind gemacht, weitere dürften folgen. Reibereien mit der deutschen Belegschaft sind vorprogrammiert.

DÜSSELDORF. Konzernchef Lars Göran Josefsson hat jetzt zunächst im Aufsichtsrat der deutschen Tochter Vattenfall Europe durchgedrückt, künftig die Aktivitäten in Deutschland und Polen unter einem Dach zusammen zufassen. Die neue Business Group Central Europe wird ein Finne leiten: Tuomo Hatakka, bisher Chef der polnischen Tochter. Er wird zugleich Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe. Hans-Jürgen Cramer, der erst vor fünf Monaten zum Vorstandsprecher ernannt wurde, muss zurück ins zweite Glied und wird im Sommer ausscheiden. Im Konzernvorstand in Stockholm wird damit kein Deutscher mehr vertreten sein.

„Die Absicht ist klar, Josefsson verschafft sich so mehr Durchgriff und stärkt die Macht der schwedischen Mutter“, sagt ein Kenner des Unternehmens. Erstmals stehe kein deutscher Manager an der Spitze der deutschen Aktivitäten. Die Zwischenholding verliere an Bedeutung.

Ein weiteres Indiz: Vattenfall-Manager Mats Fagerlund wird den Konzernvorstand verlassen, „um sich künftig ausschließlich auf seine Aufgaben in der deutschen Gesellschaft zu konzentrieren“, wie das Unternehmen erklärte. Offenbar ist die Umstrukturierung auch noch nicht beendet. Im ersten Halbjahr will Vattenfall die Verantwortlichkeiten im deutschen Vorstand überprüfen. In Unternehmenskreisen wird erwartet, dass weitere Manager gehen müssen. Offen ist, welche Kompetenzen auf die neue Obergesellschaft übergehen.

Vattenfall-Chef Josefsson begründete die Maßnahmen mit dem Zusammenwachsen des europäischen Energiemarktes. Schon jetzt gingen nationale Märkte schrittweise in regionale Märkte über.

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