Umstrukturierung
VW stellt Weichen für die Zukunft

Der Volkswagen-Konzern arbeitet Medienberichten zufolge eifrig am Unternehmensmodell der Zukunft. PKW und LKW sollen künftig in gleichberechtigten Sparten nebeneinander stehen, diskutiert wird angeblich auch, die Finanzdienstleistung als dritte Sparte aufzunehmen. Die Mitarbeiter können auf verlängerte Jobgarantien hoffen.
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HB WOLFSBURG. Das neue Volkswagen-Imperium nimmt Gestalt an. Einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ zufolge soll die künftige Struktur des Autoriesen noch vor dem Jahr 2011 stehen. Geplant sei die Schaffung einer Pkw-Gruppe sowie einer gleichberechtigten Lkw-Gruppe, zu der auch MAN und Scania gehören, berichtete das Magazin am Wochenende vorab. Diskutiert werde derzeit ferner ein dritter Zweig, in dem die Finanzdienstleistungen gebündelt würden, hieß es unter Berufung auf mehrere mit der Sache vertraute Personen. VW lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Die Lkw-Gruppe soll dem Bericht zufolge gebildet werden, nachdem VW seinen MAN-Anteil auf über 50 von derzeit knapp 30 Prozent aufgestockt habe. Die Leitung der neuen Gruppe solle VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch übernehmen, der seit kurzem in dieser Funktion auch im Vorstand der Porsche-Holding sitzt. Im Gespräch für diesen Posten sind Medienberichten zufolge auch VW-Produktionschef Jochem Heizmann und der Chef der VW-Transportersparte, Stephan Schaller. An Scania hält VW rund 70 Prozent der Stimmrechte.

Bei Porsche hatte Volkswagen jüngst die Macht übernommen. Der Sportwagenbauer reiht sich als zehnte Marke in den Wolfsburger Konzern ein und soll bis 2011 verschmolzen werden. Am Donnerstag sollen die VW-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung zustimmen, mit der die als erster Schritt vereinbarte Übernahme von 49 Prozent des Porsche-Sportwagengeschäfts für 3,9 Mrd. Euro finanziert werden soll.

Wie der „Spiegel“ berichtete, werden in einem vereinten VW/Porsche-Konzern die Familien Porsche und Piech deutlich weniger Anteile halten als bislang vorgesehen. Das Land Niedersachsen sollen 20 Prozent plus eine Aktie halten, das Emirat Katar 20 Prozent minus eine Aktie sowie die Familien Porsche und Piech lediglich 30 Prozent der Stammaktien. Die ersten Planungen waren von einem Familienanteil von 35 bis 40 Prozent ausgegangen.

Treibende Kraft hinter dem Konzernumbau ist VW-Patriarch Ferdinand Piech. Ihm schwebt ein Auto-Imperium vor, das vom Kleinwagen über den Sportflitzer bis hin zum Schwerlaster alles anbietet, was auf der Straße rollt. Wie bei Volkswagen ist Piech auch bei MAN Aufsichtsratschef. Dort waren jüngst Vorstandschef Hakan Samuelsson und Finanzvorstand Karlheinz Hornung zurückgetreten. Im Umfeld des Münchner Lkw-Bauers wird davon ausgegangen, dass Piech Druck auf das Top-Management ausübte. Die Schmiergeldaffäre bei MAN sei ihm dafür ein willkommener Anlass gewesen.

Den MAN-Chefposten bekleidet nun kommissarisch Vorstandsmitglied Georg Pachta-Reyhofen. Eine Nachfolgeregelung noch in diesem Jahr ist dem Anlegermagazin „Euro am Sonntag“ zufolge unwahrscheinlich. Es sei nicht damit zu rechnen, „dass wir vor dem Jahresende eine Entscheidung über die künftige Besetzung des Vorstandsvorsitzes haben werden“, werden Kreise aus dem Kontrollgremium zitiert.

Kommentare zu " Umstrukturierung: VW stellt Weichen für die Zukunft"

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  • 1. Die Strategie heißt mitlerweile "Strategie 2018 plus" und ist keine Strategie. bis 2018 produktivster Massenhersteller der Welt zu werden ist ein Ziel, keine Strategie.

    2. Gemessen am Absatz ist tatsächlich VW aktuell der weltgrößte Automobilkonzern - aktuell. Wer weiß, wie lange das noch so geht.

    besser recherchieren!

  • ... "Wir wollen bei der Produktivität auch im indirekten bereich im weltweiten Vergleich aufs Treppchen" ... endlich wird das Thema angegangen. Neben der Mehrzahl hoch intelligenter, motivierter und treibender Mitarbeiter gibt es im indirekten bereich bei VW wie auch in anderen Firmen einen Teil unmotivierter (im Volksmund wird das faul genannt) Kollegen. Neben der in der Planungsphase befindlichen bonusregelung für alle Mitarbeiter sollten Kollegen, die weniger arbeiten, als für ihre Gehaltsgruppe notwendig ist, einen anderen Job mit der angepassten Gehaltsgruppe bekommen (sprich: Lohnkürzung).

  • ... "Wir wollen bei der Produktivität auch im indirekten bereich im weltweiten Vergleich aufs Treppchen" ... endlich wird das Thema angegangen. Neben der Mehrzahl hoch intelligenter, motivierter und treibender Mitarbeiter gibt es im indirekten bereich bei VW wie auch in anderen Firmen einen Teil unmotivierter (im Volksmund wird das faul genannt) Kollegen. Neben der in der Planungsphase befindlichen bonusregelung für alle Mitarbeiter sollten Kollegen, die weniger arbeiten, als für ihre Gehaltsgruppe notwendig ist, einen anderen Job mit der angepassten Gehaltsgruppe bekommen (sprich: Lohnkürzung).

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