Umweltbilanz
PPR-Luxus-Marken auf den Öko-Spuren von Puma

Alle weltweiten Luxus- und Sportlifestylemarken von PPR sollen bis 2015 eine Öko-Bilanz vorlegen. Es soll eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung erstellt werden, wie es das Tochterunternehmen Puma vorgemacht hat.
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MünchenDer langjährige Puma-Chef Jochen Zeitz verschreibt nun auch dem französischen Mutterkonzern PPR einen Öko-Kurs. Bis 2015 werde PPR für alle weltweiten Luxus- und Sportlifestyle-Marken eine Bilanz erstellen, aus der sämtliche Umweltbelastungen hervorgingen, sagte Zeitz, der bei PPR neben dem Ausbau des Sportbereichs für Nachhaltigkeit zuständig ist, in München. Damit verpflichtet er PPR mit Marken wie Gucci, Stella McCartney oder Yves Saint Laurent, dem Beispiel von Puma zu folgen.

Denn als erstes global agierendes Unternehmen hat der Branchendritte in der Sportartikel-Branche nun eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung vorgelegt. Demnach hat Puma die Umwelt 2010 mit 145 Millionen Euro belastet. 94 Millionen Euro davon hatte die Marke mit der springenden Raubkatze bereits im Frühjahr anhand von Treibhausgas-Emissionen und dem Verbrauch von Wasser bekanntgemacht. Nun kommen noch einmal 51 Millionen Euro für die Auswirkungen von Landnutzung, Luftverschmutzung und Abfälle hinzu.

Durch die Offenheit, die sonst jedes Unternehmen scheut, will Zeitz Strategien entwickeln, um die Umweltbelastungen zu reduzieren. Bis 2015 solle es Verbesserungen geben. Konkreter wollte er aber nicht werden. Puma und PPR würden profitieren, weil durch eine bessere Nutzung der Ressourcen Geld zu sparen sei. Dazu achten Verbraucher beim Einkauf zunehmend auf den Umweltaspekt. Etwa jeder zweite signalisiere die Bereitschaft, höhere Preise für Produkte zu zahlen, die bei der Herstellung oder im Verbrauch die Umwelt weniger belasten, ergab eine Studie des Marktforschers GfK.

Zeitz sprach sich dafür aus, dass andere Firmen verpflichtet werden müssten, dem Beispiel zu folgen. Bisher halten sich die Konzerne öffentlich aber stark zurück, zu Umweltbelastungen gibt es in der Regel nur vage Schätzungen. Alan McGill von der Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC sagte, viele Unternehmen würden langsam umdenken, vor allem im Handel. „Interesse gibt es überall.“ Zeitz sieht auch bei Autobauern, Chemiefirmen und Getränke-Herstellern Nachfrage nach seinem Modell. Puma will die ökologische Bilanz in den nächsten Jahren durch soziale Faktoren wie Löhne und Arbeitsbedingungen ergänzen.

Von der Gesamtbelastung in Höhe von 145 Millionen Euro entfallen bei Puma nur sechs Prozent auf das Kerngeschäft. Hierunter werden Design, Logistik, Lagerhaltung, Verwaltung und Vertrieb verstanden. Der Löwenanteil entfällt auf die ausgelagerte Beschaffungskette und hier zu mehr als der Hälfte auf die Produktion von Rohstoffen wie Leder, Baumwolle oder Kautschuk. Das trifft oft ärmere Länder. Zwei Drittel aller Umweltbelastungen würden in Asien anfallen, wo auch die Rivalen Nike und Adidas aus Kostengründen gerne produzieren. Innerhalb der Produktgruppen sorgen Schuhe für viel höhere Verschmutzungen als Textilien und Accessoires.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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