Umweltschützer protestierten vergeblich
Lukoil fördert Erdöl in der Ostsee

Der größte russische Ölkonzern, Lukoil, hat jetzt die Förderung von Erdöl in der Ostsee aufgenommen. Dazu nahm das Unternehmen trotz erheblicher Proteste europäischer Umweltschützer die erste in Russland gebaute Bohrinsel in Betrieb. Die ersten zwei von insgesamt 17 geplanten Ölquellen fördern bereits – nur 22 Kilometer vom Weltkulturerbe Kurische Nehrung entfernt.

KALININGRAD. Die Ökoproteste haben den russischen Branchenprimus allerdings dazu gebracht, seine Bohr- und Förderplattform mit modernster westlicher Technik zu spicken.

Insgesamt rechnet Lukoil in seinem Ölfeld D-6 in der Ostsee vor Kaliningrad mit Rohölvorkommen in der Größenordnung von 21, Mill. Tonnen, von denen 9,1 Mill. Tonnen (66,7 Mill. Barrel, je 159 Liter) gefördert werden könnten. Dieses Rohöl – vom Jahr 2007 an sollen es bereits 600 000 Tonnen jährlich sein – wird mit einer 48 Kilometer langen Pipeline auf dem Grund der Ostsee zum Festland gebracht. Im Kaliningrader Gebiet wird das Öl gereinigt und zum firmeneigenen Ölterminal gepumpt.

Dort schlägt Lukoil bereits per Eisenbahn angeliefertes Öl aus Westsibirien nach Europa um. Im vorigen Jahr waren es 3,3 Mill. Tonnen, in diesem Jahr rechnet der Konzern nach Angaben der Tochter Lukoil-Kalingradmorneft bereits mit vier Mill. Tonnen. Ein Fünftel des umgeschlagenen Öls wird von der konzerneigenen Flotte transportiert.

Das Ostsee-Öl soll in die Raffinerie im polnischen Danzig geliefert werden. Der russische Branchenprimus sorgt sich im Moment erheblich um eine Ausweitung und Diversifizierung der Exportmöglichkeiten, denn der staatliche russische Pipelinemonopolist Transneft kann die Ausfuhrkapazitäten nicht ausreichend erhöhen. Dadurch können russische Ölkonzerne nur noch mit gebremstem Schaum ihren Ölausstoß hochfahren. Lukoil baut deshalb nach Firmenangaben neben Kaliningrad auch den Ölhafen Wyssozk bei St.Petersburg aus und ist - mit anderen russischen Konzernen - am Bau einer Pipeline nach Murmansk interessiert, um von dort große Tanker in die USA fahren zu lassen.

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