Umweltverträglichkeit
BASF-Chef fordert Pro-Fracking-Test

In Deutschland herrscht großer Vorbehalt gegen die Fracking-Technik, mit der Schiefergas aus der Erde gewonnen wird. BASF-Chef Kurt Bock fordert nun die Umweltverträglichkeit dieser Methode zu testen - und zu beweisen.
  • 15

FrankfurtBASF-Chef Kurt Bock fordert einen Test der umstrittenen Schiefergas-Fördertechnik Fracking in Deutschland. Auf diese Weise könne unter kontrollierten Bedingungen die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Fördermethode gezeigt werden, sagte Bock auf einer Veranstaltung des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). „Wir würden das gerne beweisen“, sagte Bock. Kritiker der Technik, bei der Wasser und Chemikalien unter Tage gepresst werden, um Gas aus dem Gestein zu lösen, befürchten allerdings massive Umweltbelastungen.

Durch die Förderung von heimischem Schiefergas würde Deutschland Bock zufolge unabhängiger in der Energieversorgung. Mit Schiefergas ließe sich zehn Jahre lang der ganze Gasverbrauch in Deutschland sichern, sagte der Manager. „Das ist nicht trivial.“ Und wenn erst einmal gebohrt würde, dann sei auch mehr zu finden. Aktuell stammten nur 14 Prozent des in Deutschland verbrauchten Gases auch aus heimischer Förderung. „Und die Gasproduktion ist mittlerweile rückläufig“, sagte Bock. In den USA hat Schiefergas den Gasmarkt komplett umgewälzt. Inzwischen sind die deutlich niedrigeren Gaspreise für den Industriestandort USA auch ein großer Wettbewerbsvorteil.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umweltverträglichkeit: BASF-Chef fordert Pro-Fracking-Test"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Fracking wird niemals ungefährlich sein, da wie bei allen Bohrtechniken Risiken bestehen, die u.a. durch Risse in der Abdichtung entstehen kann.
    Zudem kann nie genau vorausgesehen werden, inwieweit sich das Auslösen der Mikrobeben wirklich auf das Gestein auswirkt. Es könnten Risse in dem Gestein entstehen, die das mit toxischen Chemikalien verunreinigte Wasser in Schichten kommen lässt, in die es nicht hin sollte.
    Außerdem werden bei dieser Technik Millionen von Litern an Wasser verwendet bzw. stark verunreinigt, so dass danach die Frage besteht, was mit diesem Abwasser gemacht werden soll?
    Beim Abtransport gab es im Übrigen auch schon Unfälle, so dass vor allem hierbei die Umwelt kontaminiert wird.
    Die Frage, die sich hierbei für mich stellt: Sollten wir wirklich so viele Risiken und verunreinigtes Wasser eingehen, um unabhängig von den bisherigen Gasvorkommen (anderer Länder) zu sein? Wäre es nicht sinniger, weiterhin nach sinnvollen Alternativen zu suchen?

    In den USA wird das Thema Fracking übrigens auch kontrovers diskuttiert. Es gibt bisher keine Seite, die eindeutig beweisen kann, dass Fracking schädlich ist (oder eben nicht). Aber die Häufung von Krankheiten in der Nähe von Frackingfeldern wäre meiner Meinung nach nicht unter den Tisch zu kehren.

    Und ich denke, dass das Thema Massentierhaltung ein ganz neuer Blog wäre.

  • @Sven: Genau, die Landwirte sind schuld und nicht Ihre persönliche Lust auf Salami für 1,29€/100g und einen randvollen Grill im Sommer. Irgendwo müssen die 56 Millionen Schweine jährlich in Deutschland ja wohl hinscheißen.
    Was mir Sorge macht, sind haargenau die dicken Gesteinsschichten. Wenn sich in 50 Jahren herausstellt, dass das mit dem Fracking doch eine etwas zweifelhafte Idee war, dann kommt keiner dran und kann den Schaden beheben.
    Es wäre im Übrigen schön, wenn mit derlei Bodenschätze kein privater Gewinn erwirtschaftet werden dürfte. Denn sämtliche Risiken liegen komplett beim Staat - uns.

  • ich denke, da es weltweit schon ein paar zehntausend Fracking-Borhlöcher gibt, erübrigen sich Tests zur Evaluierung des Verfahrens in Deutschland. Daten müssten ausreichend vorhanden sein. Wo sind diese und warum sieht eine BASF nicht?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%