Umzug
Darmstadt verliert Haarpflegefirma Wella

Der US-Mutterkonzern Procter & Gamble konzentriert die Forschung seiner deutschen Marken im Taunus. Davon ist auch Wella betroffen. Rund 1000 Arbeitsplätze fallen in Darmstadt künftig weg.
  • 2

FRANKFURT. Der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble macht bei der Haarpflegefirma Wella in Darmstadt endgültig das Licht aus. Die 1 000 Mitarbeiter, die fast ausschließlich in der Forschung arbeiten, sollen an die P & G-Standorte Schwalbach und Kronberg im Taunus umsiedeln. Der Umzug startet 2012 und soll 2014 enden.

Damit verliert die südhessische Stadt einen traditionsreichen Markennamen. Procter & Gamble hatte Wella 2003 übernommen. Die Akquisition sorgte von Beginn an für heftigen Streit und viel Aufsehen.

Zwar hatten die Amerikaner die Wella-Erben, die Familie Ströher, mit ihrem hohen Angebot überzeugen können. Doch die Kleinaktionäre bekamen deutlich weniger. Bis heute dauert der gerichtliche Streit um die Abfindung des Streubesitzes an. Erst Ende August dieses Jahres hatte Procter & Gamble angekündigt, ein Urteil des Frankfurter Landgerichts anzufechten, das einen Nachschlag festgelegt hatte.

Für Zoff sorgte damals aber auch der Einstieg des aggressiven Hedgefonds Elliott. Fast drei Jahre hatte sich dieser mit allen juristischen Mitteln gegen die Integration von Wella in den P & G-Konzern gewehrt, am Ende erhöhte Procter & Gamble entnervt das Angebot.

Nun wird die Integration Realität und die Forschung aller deutschen Marken von Procter & Gamble wird zusammengefasst. In Kronberg hat P & G durch die Übernahme der Traditionsmarke Braun einen Forschungsstandort. Schwalbach wiederum ist Sitz von Procter & Gamble Deutschland, dort wird in Sachen Papierhygiene geforscht.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

Kommentare zu " Umzug: Darmstadt verliert Haarpflegefirma Wella"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Darmstadt verliert nicht zuletzt deshalb an Standtortvorteil, weil die Verkehrplaner es nicht fertig bringen, verkehrstechnisch den Osten vernünftig mit den Westen zu verbinden. Das heißt, wer aus dem bereich Aschaffenburg, Groß-Umstadt und Odenwald in den Westen der Stadt will, hat erheblichen Zeitverlust in Kauf zu nehmen. Es wäre vernünftig die A661 mit der b26 und der A5 schnell zu verbinden, was gleichzeitig eine schnelle Umgehung der Stadt von Ost nach West garantieren würde.

  • Tja, nur der liebe Gott weis wie viel Subventionen es am anderen Standort gibt. :)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%