Unabhängigkeit soll gewahrt bleiben
VW trotzt dem neuen Hausherrn

Eine Milliarde Euro will Volkswagen durch eine engere Zusammenarbeit mit Porsche einsparen. Vielleicht bauen beide Unternehmen gar gemeinsam ein neues Auto. VW-Chef Pischetsrieder verbittet sich aber Einmischungen aus Zuffenhausen.

HB WOLFSBURG. Porsche habe vor allem aus technologischer und finanzieller Sicht ein "vitaleres Interesse" an einer Kooperation als Volkswagen, doch auch die Wolfsburger dürften von einer engeren Zusammenarbeit stark profitieren, versicherte Konzernchef Bernd Pischetsrieder in einer Telefonkonferenz am Dienstag. Die endgültige Höhe der Einsparungen dürfte von den gemeinsamen Projekten abhängen. Porsche erwarte Einsparungen in ähnlicher Größenordnung.

Sollte Porsche seine Anteile an VW irgendwann wieder verkaufen wollen, werde sich Volkswagen den Ausstieg aus den Kooperationen vorbehalten, betonte Pischetsrieder. Dies soll in einem Grundlagenvertrag festgehalten werden, den die beiden Konzerne derzeit aushandeln. Der Vertrag werde in den kommenden Wochen unter Dach und Fach gebracht, sagte der VW-Chef. Sämtliche Kooperationen sollen zudem durch ein unabhängigs Audit-Team geprüft und von einem Sonderausschuss im Aufsichtsrat überwacht werden.

Konkrete Pläne für gemeinsame Projekte verriet Pischetsrieder nicht. Geplant sei aber eine verstärkte gemeinsame Nutzung einheitlicher Module und Komponenten. VW erhofft sich eine bessere Kapazitätsauslastung, geringere Fixkosten sowie sinkende Entwicklungskosten. Mehr Oberklasse-Modelle in der VW-Palette werde es durch die Zusammenarbeit mit der Sportwagenschmiede aber nicht geben, sagte Pischetsrieder. Auch seinen keine höheren Investitionen, sondern eher eine Reduzierung geplant. Pischetsrieder, der schon seit längerem plant, die Lücke zwischen dem Oberklassenmodell Phaeton und dem Passat durch ein weiteres Modell zu schließen, sagte jedoch, hier läge ein mögliches Kooperationspotenzial. VW habe hierüber aber noch nicht mit Porsche gesprochen.

Pressespekulationen zufolge erwägt Porsche, Rohbau und Lackiererei seines für 2009 geplanten Luxuscoupes Panamera an VW zu vergeben. VW liefert bereits die Karosserie für den Porsche Cayenne, zudem kündigten die Konzerne unlängst zusammen mit der VW-Tochter Audi eine Hybridkooperation an.

Dass Porsche kurzfristig die Produktion des „Boxster“ und „Cayman“ vom finnischen Auftragsfertiger Valmet an die Wolfsburger vergibt, scheint hingegen unwahrscheinlich. “Wir haben mit Valmet gültige Verträge, die wir auch einhalten“, sagte ein Porsche- Sprecher. Der derzeitige Vertrag läuft bis 2008 mit einer Verlängerungsoption bis 2011. Gegen eine Verlagerung spricht, dass die Produktion der zweiten Generation des Boxster erst im vergangenen Jahr und des neuen Coupes „Cayman“ erst in diesem Jahr anlief. Porsche hat üblicherweise Produktlebenszyklen von sieben bis acht Jahren.

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