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Unbefristeter Streik bei Boeing belastet Vorzeigemodell 787: Alptraum für den Dreamliner

Rund 27 000 Boeing-Arbeiter sind am Wochenende in einen unbefristeten Streik getreten und bringen den Flugzeugbauer damit gegenüber seinen Kunden in arge Bedrängnis. Die Fluggesellschaften müssen nun mit weiteren Lieferverzögerungen bei eingeführten und neuen Boeing-Modellen rechnen, was für sie erhebliche Einbußen zur Folge hätte.

Der Boeing Dreamliner bei einer Präsentation in Everett im vergangenen Jahr. Foto: ap Quelle: ap
Der Boeing Dreamliner bei einer Präsentation in Everett im vergangenen Jahr. Foto: ap Quelle: ap

SAN FRANCISCO/DÜSSELDORF. Wer in diesen Wochen das größte Boeing-Werk in Everett (US-Staat Washington) besuchte, dem präsentierte der Flugzeugbauer voller Stolz, das erste Modell des Prestigeprojekts "787-Dreamliner". In der riesigen Halle, die mit fast 40 Hektar Grundfläche größer ist als Disneyland bei Los Angeles und als vom Volumen weltgrößtes Gebäude gilt, steht die in den Unternehmensfarben Blau und Weiß lackierte Maschine und wartet auf ihren ersten Testflug. Der hat sich schon mehrmals verzögert und sollte nun im vierten Quartal des Jahres stattfinden.

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Rund um das Flugzeug haben Hunderte Ingenieure sich provisorische Büros eingerichtet, um so nah wie möglich an der Maschine zu sein. "Es sitzen immer weniger Mitarbeiter hier", verkündete noch im August der Leiter der Werkstour sichtlich zufrieden. Das sei ein Zeichen für den guten Fortschritt des Projekts.

Doch nun ist vor allem das neue Prestigemodell von Boeing vom Ausstand betroffen. Der "787-Dreamliner" wird infolge des Streiks nach offiziellen Angaben von Boeing nicht wie geplant im November zum ersten Testflug aus dem Hangar rollen Wegen der drohenden monatelangen Verzögerung bei der Auslieferung der Jets, so fürchtet die Boeing-Geschäftsführung in Seattle, könnten Fluggesellschaften zum europäischen Rivalen EADS überwechseln. Dessen Konkurrenzmodell, der Airbus 350, wird allerdings frühestens 2013 ausgeliefert.

Die Gewerkschaft der Mechaniker hatte der Boeing-Geschäftsführung ein Ultimatum von 48 Stunden gestellt. Weil diese Frist bis Samstag ohne Lösung verstrich, rief die Gewerkschaft zum Arbeitskampf auf. Nach Einschätzung von Branchenexperten könnte der Streik den Flugzeugbauer pro Tag 100 Mill. Dollar kosten.

Streitpunkte sind die Forderungen der Gewerkschaft nach höheren Löhnen: Sie verlangen 13 Prozent mehr über drei Jahre gestreckt, dazu weniger Auslagerung von Arbeitsplätzen und den Stopp der Pläne, die Kosten der Gesundheitsversicherung weiter auf die Arbeitnehmer abzuwälzen. "Wir sind nicht gierig, wir wollen nur unseren Teil des Kuchens", sagte ein Gewerkschafter und verwies auf die gute Auftragslage bei Boeing.

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