Unbeirrt
MAN peilt Rekordabsatz bei Nutzfahrzeugen an

Trotz schwächelnder Konjunktur und Finanzkrise: MAN will in diesem Jahr weltweit erstmals mehr als 100 000 Lkw verkaufen und steuert damit auf einen Rekordabsatz bei Nutzfahrzeugen zu. Gleichzeitig kündigt der Konzern an, die gestiegenen Rohstoffpreise in Form höherer Preise für Nutzfahrzeuge weitergeben zu wollen.

HB MÜNCHEN. Weltweit will die MAN Nutzfahrzeuggruppe in diesem Jahr erstmals mehr als 100 000 Lkw verkaufen. "Wir haben sehr gute Chancen, diese Marke bereits 2008 zu erreichen", sagte Vorstandschef Anton Weinmann in einem Interview der "Automobilwoche". Die internationale Ausrichtung habe zu einem hohem Auftragsbestand geführt. Derzeit führe MAN aussichtsreiche Gespräche mit zwei potenziellen Joint-Venture- Partnern in China, um im dortigen Wachstumsmarkt produzieren zu können. Parallel dazu werde der Vertrieb in China ausgebaut.

Zufrieden zeigte sich der Nutzfahrzeug-Chef auch mit der Lkw-Fertigung in Indien, die Anfang des Jahres beim Partner Force Motors anlief. MAN will dort im ersten Geschäftsjahr maximal 5000 Einheiten fertigen, die langfristig angepeilte Werkskapazität von 24 000 Fahrzeugen könnte in fünf Jahren erreicht werden. Weiterhin hohe Absatzsteigerungen verzeichnet MAN nach Weinmanns Worten in Russland. So sei dort im ersten Halbjahr 2008 fast die gleiche Anzahl an Fahrzeugen ausgeliefert worden wie im gesamten Kalenderjahr 2007. Sollte dieser Trend anhalten, denkt das Unternehmen auch über eine Produktion in Russland nach.

Karl Viktor Schaller, Entwicklungsvorstand bei MAN Nutzfahrzeuge, sieht auch für 2009 eine positive Entwicklung voraus. "Einerseits haben wir die Auswirkungen der Finanzkrise zu verkraften. Andererseits dürfte die Nachfrage im Mittleren Osten oder in Russland weiter steigen. Dazu kommen die jüngsten Preisrückgänge bei Öl oder Stahl. Das hilft sicher. So können wir derzeit davon ausgehen, dass unser Auftragseingang 2009 wieder steigen wird", sagte Schaller Euro am Sonntag". Im zweiten Quartal 2008 war der Auftragseingang um acht Prozent gesunken.

MAN und Daimler wollen wegen der hohen Rohstoffkosten die Preise für Lkw erhöhen. „Wir werden die Preise für Mercedes-Lkw um insgesamt drei Prozent anheben,“, sagte der Einkaufschef von Daimler Trucks and Buses, Stefan Buchner, der Branchenzeitung „Automobilwoche“ laut einer Vorabmeldung. Damit sollten Inflation und gestiegene Rohstoffkosten ausgeglichen werden. Auch bei der japanischen Nutzfahrzeugtochter Fuso und bei Daimler Trucks North America werde das Unternehmen einen Teil der gestiegenen Rohmaterialkosten an die Kunden weitergeben. MAN-Nutzfahrzeugchef Anton Weinmann kündigte „Preisanpassungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich“ an.

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