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23.02.2008 

Die Äußerungen des Transneft-Chefs Tokarew, der seinerseits ein enger Putin-Vertrauter ist, haben in Industriekreisen für einige Verwirrung gesorgt. Tokarew verstehe offenbar sein eigenes Geschäft nicht, heißt es dort unverblümt. Sollte der russische Staat versuchen, eine stärkere Rolle im Ölhandel zu spielen, hätte dies sicher einen negativen Effekt auf die Preise. Russland würde sich so selbst aus dem Markt katapultieren.

Die von Tokarew angegriffene Firma Sunimex reagierte gelassen. Angesprochen auf Tokarews These, die Zeit von Zwischenhändlern wie Sunimex sei vorbei, sagte dessen Eigentümer Sergei Kischilov dem Handelsblatt: „Wir haben alle gelesen, was Tokarew gesagt hat. Na und? Vielleicht hat er Recht, vielleicht auch nicht.“

Kischilov wollte sich nicht dazu äußern, wie er die Kontrolle über den Ölhandel durch die Druschba-Pipeline, und damit 20 Prozent der deutschen Importe erlangt hat. Er wies auch alle Nachfragen zu seiner Geschäftstätigkeit ab. Der letzte zugängliche Jahresabschluss von Sunimex stammt aus dem Jahr 2002. Damals betrug der Umsatz 3,1 Mrd. Euro, der Jahresüberschuss 2,9 Mill. Euro. Die Mitarbeiterzahl lag bei fünf.

Die Kunden von Sunimex – die ostdeutschen Raffinerien in Schwedt und Leuna, gaben sich ebenfalls bedeckt. Bisher sei man mit Sunimex gut gefahren, hieß es. Branchenbeobachter erklärten, die Raffinerien könnten weder derzeitige noch zukünftige Geschäftspartner auf russischer Seite verärgern. „Das ist ein russischer Streit“, sagte ein Experte, der seinen Namen nicht nennen wollte. „Das beste für die Deutschen wird sein, einfach abzuwarten.“

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