Uneinigkeit bei Gewerkschaften
Streikfront bei Airbus zeigt Risse

Streik oder nicht? Die Frage nach der Form des Widerstands gegen die Restrukturierungspläne bei Airbus spaltet das Lager der beteiligten Gewerkschaften. Das Unternehmen selbst warnt vor neuen Streiks. Die Verhandlungen werden derweil fortgesetzt.

ali/fas PARIS/MÜNCHEN. Die mühsam hergestellte Einigkeit der Gewerkschaften im Kampf gegen den Airbus-Restrukturierungsplan „Power 8“ zeigt erste Risse. Am Freitag kündigte die französische Gewerkschaft Force Ouvrìere (FO) für den morgigen Dienstag einen weiteren Aktionstag an. Laut Jean-Francois Knepper, Co-Präsident des Airbus-Betriebsrats, soll beim Flugzeug-Konzern in den französischen Werken für mindestens zwei Stunden die Arbeit ruhen. Die Gewerkschaften CFDT und CFTC sind jedoch dagegen. Die CFTC will angesichts der laufenden Verhandlungen von neuen Streiks nichts wissen: „Das wäre unverantwortlich und selbstmörderisch“, sagte Gewerkschaftsvertreter Gilbert Plo. Auch die deutsche IG Metall will sich im Moment nicht an neuen Aktionen beteiligen. Die Chefs der Airbus-Muttergesellschaft EADS, Louis Gallois und Tom Enders haben die Gewerkschaften vor Arbeitsniederlegungen gewarnt. Airbus hat derzeit 2 300 Flugzeuge in den Auftragsbüchern und muss die Produktion sogar noch aufstocken.

Mit dem „Power 8“-Plan will das Airbus-Management die finanziellen Folgen des Dollar-Verfalls und die fünf Milliarden Euro teure Verspätung des Super-Airbus A380 auffangen. Ziel ist eine radikale Senkung der Fertigungstiefe. Airbus will bis zu sechs Werke verkaufen oder in Partnerschaften mit externen Zulieferern führen. In Deutschland sind davon die Werke Varel, Laupheim und Nordenham betroffen. Konzernweit sollen 10 000 Stellen gestrichen werden.

Mit der erneuten Arbeitsniederlegung will die FO, die auf französischer Seite die am stärksten vertretene Gewerkschaft bei Airbus ist, den Druck auf das Management erhöhen, „Power 8“ zu überarbeiten. Hierzu soll es am Mittwoch eine neue Gesprächsrunde mit dem europäischen Betriebsrat geben. Bei den bisher einstimmigen Aufrufen zu Protesten konnten die Gewerkschaften in Deutschland und Frankreich Zehntausende mobilisieren.

„Wir warten auf Antworten des Managements über die Details der Sanierung“, sagte ein IG Metallsprecher am Freitag auf Anfrage. „Die Solidarität unter den europäischen Gewerkschaften bröckelt nicht.“ So habe der europäische Betriebsrat dem Management 60 Fragen zu Power 8 vorgelegt, bislang aber noch keine Antworten erhalten. Ziel sei nach wie vor, alle deutschen Werke im Airbus-Verbund zu halten.

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