
DüsseldorfDer Skandal um das Schienenkartell, bei dem Stahlhersteller um Voestalpine und Thyssen-Krupp Preise und Mengen auf dem deutschen Gleismarkt abgesprochen haben, erhält eine neue Dimension: Mitarbeiter der Stahlhersteller und Angestellte der Deutschen Bahn mehrfach zu Bordellbesuchen getroffen und vorher beim Abendessen die Preise abgesprochen, berichtet das Handelsblatt (Dienstagausgabe) unter Berufung auf einen Teilnehmer dieser Treffen.
Ein früherer Geschäftsführer der deutschen Voestalpine-Tochter von Voestalpine Kloeckner Bahntechnik hat in den Jahren von 2005 bis 2009 insgesamt 35 Abrechnungen über 71.276,24 Euro eingereicht. Das geht aus Urteilen des Landgerichts Duisburg hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Die Mitglieder des Kartell nannten sich „Schienenfreunde“.
Der Geschäftsführer hatte seinen früheren Arbeitgeber nach einer fristlosen Kündigung verklagt, unterlag aber unter Vorgericht. Im Zentrum der Abrechnungen stand das Berliner Nobelbordell „Bel Ami“.
Voestalpine und Plattes bestätigten die Existenz der Rechnungen. Beide betonten indes, dass diese nicht im Zusammenhang mit dem Schienenkartell stünden. Die Bahn und Thyssen-Krupp GfT Gleistechnik erklärten, sie hätten davon keine Kenntnis.
Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).
Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).
Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.
Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).
Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).
Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.
Der Industriekonzern Thyssen-Krupp hatte für seine Beteiligung an dem Kartell teuer bezahlen müssen. Das Bundeskartellamt verhängte im Juli ein Bußgeld in Höhe von 103 Millionen Euro gegen das Unternehmen. Die ebenfalls an dem illegalen Verbund beteiligten Firmen Vossloh und Voestalpine mussten dreizehn Millionen und 8,5 Millionen Euro an die Staatskasse zahlen. Die Firmen hatten über Jahre hinweg Preise und Mengen auf dem Schienenmarkt abgesprochen. Da sie geständig waren, fiel die Strafe geringer aus. Das abgeschlossene Verfahren betrifft das Kartell gegen die Deutsche Bahn, Europas größten Schienenkunden. Der Eisenbahnkonzern verlangt Schadensersatz von den Kartellbeteiligten.

Ich kopiere mal von bild.de, ein durchaus Interessanter Kommentar:Stanley Redmann • vor 7 Stunden
Höchst interessant ist, dass bei der WAZ zwei Kommentare, die sich an den Journalisten David Schraven richten mit der berechtigten Frage, warum er sich von dem angeblichen Insider, der als sein Facebook-Freund Richard Pöllmann entlarvt wurde, so vor den Karren spannen und für diese Hetzkampange ausnutzen lässt, direkt zensiert und gelöscht wurden! Soviel zur Wahrheitsfindung bei der WAZ... hier geht es doch nicht um die Wahrheit, sondern um die Rache einen kleinen Mannes und Storys und Auflagen. Ich habe in meinem letzten, auch von der WAZ gelöschten Kommentar versprochen, diesen überall zu wiederholen...

Interessanter und realistischer als jede Vorabendserie...
bei welchem Teil der Serie Kartelle sind wir jetzt eigentlich? Ach ja: Schienenkartell 1, Weichenkartell, Schienenkartell 2. Okay, dann fehlen noch die Schienen- und Weichenkartelle im restlichen Europa, und nicht zu vergessen, dann folgt ja noch Draht und Tubulars. Es ist an der Zeit, Rückstellungen zu bilden, damit die österreichischen Aktionäre keine all zu grosse Enttäuschung erleben!
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