Unerwartet hoher Gewinnrückgang
Swatch-Gewinn bröckelt ab

Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch ist trotz eines durch den starken Franken und die SARS-Krankeit ausgelösten Gewinnrückgangs im ersten Halbjahr für das ganze Jahr 2003 zuversichtlich.

Reuters ZÜRICH. Der weltgrösste Uhrenhersteller der Welt verzeichnete nach Angaben vom Donnerstag in den Monaten Juli und August eine Belebung beim Absatz und rechnet insgesamt mit einer Erholung im zweiten Semester. Im ersten Halbjahr sank der Reingewinn um 9,7 % auf 186 Mill. Franken und der Umsatz ermässigte sich um 6,6 % auf 1,818 Mrd. Franken.

„Das zweite Halbjahr ist immer besser als das erste und die erste Hälfte war nicht sehr stark“, sagte Konzernchef Nick Hayek der Nachrichtenagentur Reuters. Doch von den Monaten Juli und August gebe es positive Signale. Wenn der Franken nicht weiter zulege, sollte es Swatch möglich sein, die Situation zu verbessern. Ob das Resultat für das Gesamtjahr besser als im Vorjahr ausfalle, könne er allerdings nicht sagen, so Hayek weiter.

Das zweite Halbjahr ist für die Branche wegen des Weihnachtsgeschäfts generell wichtiger. Swatch ist mit seinen 18 Uhrenmarken, darunter die Luxusmarke Breguet und das Modeprodukt Swatch, in allen Segmenten vertreten. In den ersten sechs Monaten 2003 belastete der starke Franken den Umsatz mit 102 Mill. Franken. In Lokalwährungen betrug der Verkaufsrückgang 1,3 %. Zusätzlich wurde die Uhrennachfrage durch die weltweite Konsumflaute und den auch von den Lungenkrankheit SARS ausgelösten Einbruch im Tourismus gedrückt.

Die kurzfristigen, nicht planbaren Einflüsse auf die Umsätze hätten nicht unmittelbar durch Kostenreduktionen aufgefangen werden können, so Swatch weiter. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,3 % auf 224 Mill. Franken ein. Dank eines besseren Finanzerfolges habe sich dies jedoch nicht voll im Reingewinn niedergeschlagen.

Für den Analysten Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank ist der Ausblick trotz der enttäuschenden Halbjahres-Zahlen positiv. „Das schlimmste dürfte für Swatch überstanden sein.“ Der Währungseffekt werde im zweiten Halbjahr nicht mehr so stark negativ ausfallen. Zudem dürfte der Reiseverkehr nach dem SARS-Schock und damit der wichtige Verkauf an Touristen zunehmen. Christoph Bohli von der Bank Sarasin sieht Swatch noch immer besser als die Konkurrenz.

Der Analyst Fabrizio Cattaneo von Julius Bär will die Swatch-Gewinnschätzungen zurücknehmen, hält jedoch an seiner Kaufempfehlung für die Aktie fest. 2003 dürfte sich für die Uhrenindustrie als eines der schlechtesten Jahre der letzten zwei Jahrzehnte erweisen, so der Analyst. Im nächsten Jahr sollte die Branche dann wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehren und Swatch dürfte am meisten davon profitieren können.

Von Reuters befragte Analysten hatten einen Halbjahresgewinn von 197 Mill. Franken und einen Umsatz von 1,843 Mrd. Franken erwartet.

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