Unerwünschte Investoren
Bayer-Chef fordert Übernahme-Kommission

In die Debatte über unerwünschte Investoren aus dem Ausland hat sich jetzt Bayer-Chef Werner Wenning eingeschaltet. Er fordert eine nationale Übernahmekommission zur Abwehr politisch motivierter Finanzinvestoren nach dem Vorbild der USA und Frankreich. Gleichzeitig warnte er aber vor einer Abschottung.

HB FRANKFURT. Die USA und Frankfreich zeigten den Weg, wie sich eine Regierung und ihre Wirtschaft schützen könnten, so der Bayer-Vorstandsvorsitzende. Wenn Fonds etwa aus Russland und China bei ihren Investments nationale Interessen der Regierungen verfolgten, "können wir das nicht so einfach zulassen", sagte er der "Welt am Sonntag". Der Vorstandsvorsitzende des Leverkusener Chemie- und Pharma-Konzerns warnte aber vor einer Abschottung, die noch keine Volkswirtschaft nach vorn gebracht habe: "Es ist doch überhaupt nichts daran auszusetzen, wenn Investoren sich bei Unternehmen einkaufen, um am Wertzuwachs teilzuhaben." Im Gegenteil brauche der Standort nicht weniger, sondern mehr ausländisches Kapital, damit die Volkswirtschaft wachse.

Wenn aber der Investor politische Absichten verfolgen sollte, müssten Politik und Unternehmen darüber nachdenken, wie sie damit umgehen wollten. Eine nationale Übernahme-Kommission könne hier Direktinvestitionen aus den politischen und gesamtwirtschaftlichen Blickwinkeln untersuchen. Eine solche Behörde darf laut Wenning aber nicht je nach Couleur der aktuellen Regierung politisiert werden: "Es muss sichergestellt sein, dass das nicht möglich ist. Politische Intervention darf es nur in sehr begründeten Ausnahmefälle geben."

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