Unfall bei BASF: Weitere Explosion in Nordhessen

Unfall bei BASF
Zwei Tote nach Explosion in Ludwigshafen

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Weitere Explosion in Nordhessen

Aus Sicherheitsgründen seien nach der Explosion insgesamt 14 Anlagen heruntergefahren worden. Dabei hätten sich Fackeln gebildet, weil Stoffe in Leitungen verbrannt werden mussten. Betroffen waren auch zwei sogenannte Steamcracker. Diese seien das Herzstück des Werks, an dem eine ganze Reihe an chemischen Grundbausteinen für die Produktion entstehen. Der neuere der beiden aus dem Jahr 1980 hat eine Fläche von rund 64.000 Quadratmetern und ist damit so groß wie 13 Fußballfelder.

Nach der Explosion sind die Folgen für das Unternehmen noch unklar. BASF-Aktien verloren im Dax rund ein Prozent an Wert. Werksleiter Liebelt sagte: „Der wirtschaftliche Schaden ist nicht mein großes Problem heute.“

In einem anderem Werk von BASF im südhessischen Lampertheim war es ebenfalls am Montag zu einer Verpuffung an einem Filter gekommen. Hierbei wurden vier Menschen verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Auch hier war der Grund noch unklar.

Ludwigshafen war bereits am 23. Oktober 2014 Ort einer gewaltigen Explosion gewesen. Seinerzeit explodierte eine Hochdruckgasleitung, an der Schnittstelle der Stadtteile Oppau und Edigheim. Ein Arbeiter wurde getötet, ein anderer so schwer verletzt, dass er Wochen später starb. 22 Menschen erlitten damals ebenfalls Verletzungen.

Die Arbeiter einer hessischen Firma hatten die Leitung ausgegraben, weil sie bei einer Kontrolle Unregelmäßigkeiten gezeigt hatte. Den Auftrag hatten sie vom Leitungsbetreiber Gascade, einem Gemeinschaftsunternehmen der BASF und des russischen Energieriesen Gazprom. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall wegen fahrlässiger Tötung und der fahrlässigen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, wartet aber noch auf ein entscheidendes Gutachten.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Im Steamcracker werden schwere Rohölbestandteile mit Dampf zu leichteren Kohlenwasserstoffen gecrackt. Produkte sind C2, LPG, Benzin und Diesel. Der schwarze Rauch lässt spekulativ vermuten dass schwere Rohölbestandteile zumindest mit betroffen sind. Diese - zumindest die Aromaten - werden meist als möglicherweise krebserregend eingestuft. Allerdings ist das Risiko bei einer kurzen Exposition wahrscheinlich nicht messbar gering.

    Ich empfinde grosse Hochachtung vor den Handwerkern, Technikern und Betriebsingenieuren dass so wenig Zwischenfälle und Unfälle in den chemischen Produktionsanlagen vorkommen.

  • Im Steamcracker werden schwere Rohölbestandteile mit Dampf zu leichteren Kohlenwasserstoffen gecrackt. Produkte sind C2, LPG, Benzin und Diesel. Der schwarze Rauch lässt spekulativ vermuten dass schwere Rohölbestandteile zumindest mit betroffen sind. Diese - zumindest die Aromaten - werden meist als möglicherweise krebserregend eingestuft. Allerdings ist das Risiko bei einer kurzen Exposition wahrscheinlich nicht messbar gering.

    Ich empfinde grosse Hochachtung vor den Handwerkern, Technikern und Betriebsingenieuren dass so wenig Zwischenfälle und Unfälle in den chemischen Produktionsanlagen vorkommen.

  • Das werk muss geschlossen weden, es ist böse und erzeugt CO2.

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