United Technologies
US-Mischkonzern bastelt an Mega-Übernahme

United Technologies scheint eine große Übernahme zu planen - denn zurzeit spricht der Mischkonzern mit Banken über eine Finanzierung von mehr als zehn Milliarden Dollar. Potenzielle Ziele: Mehrere US-Flugzeugfirmen.
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New YorkDer US-Mischkonzern United Technologies bastelt offenbar an einer der größten Firmenübernahmen dieses Jahres. Der führende Hersteller von Aufzügen und Klimaanlagen spreche mit Banken über eine Finanzierung von mehr als zehn Milliarden Dollar, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das auch im Flugzeuggeschäft aktive Konglomerat plane einen großen Zukauf am Heimatmarkt.

Welches Übernahmeziel der Konzern konkret vor Augen hat, blieb zunächst offen. Banker nannten die Flugzeugzulieferer Goodrich und Rockwell Collins attraktive Kaufobjekte für United. Sie haben einen Wert von elf beziehungsweise neun Milliarden Dollar. Die Aktien der beiden Unternehmen schnellten in die Höhe. Auch die Papiere des Cessna-Herstellers Textron schossen um neun Prozent nach oben.

Ein Banker betonte, es gehe bei den Sondierungen an den Kreditmärkten gar um rund 20 Milliarden Dollar. Das würde auf eine Übernahme im Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar hindeuten. Der größte Deal des Jahres war bislang der Verkauf der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile USA an AT&T für knapp 40 Milliarden Dollar.

Ein Sprecher von United Technologies äußerte sich nicht dazu. Die Aktien des Konzerns legten leicht zu - das Unternehmen ist an der Börse rund 67 Milliarden Dollar wert und verfügt über Barmittel von mehr als fünf Milliarden Dollar.

In den Finanzkreisen wurde darauf hingewiesen, dass die Verhandlungen noch am Anfang stünden. Es sei noch nicht sicher, ob es am Ende tatsächlich zu einer Übernahme komme. Konzernchef Louis Chenevert hat wiederholt Interesse an Übernahmen signalisiert, aber zugleich betont, dass die Preisvorstellungen vieler Verkäufer weiter zu hoch seien. 2008 scheiterte er mit dem Versuch, den Geldautomaten-Hersteller Diebold feindlich zu übernehmen. Der letzte Anlauf von United Technologies für eine Mega-Übernahme ist zehn Jahre her. Damals bot das Unternehmen für den US-Rivalen Honeywell , verlor aber gegen den Mischkonzern GE , der aber wiederum kein grünes Licht von den EU-Kartellwächtern bekam.

Anders als in Europa sind Milliardenübernahmen in den USA trotz der sich abkühlenden Konjunktur weiter in Reichweite. Ein wesentlicher Grund: Banken sind dort stärker bereit, auch größere Kredite zu vergeben. In Europa dagegen lähmt die Euro-Schuldenkrise Finanzinstitute und Investoren. Die Banken misstrauen sich untereinander. Es geht die Furcht vor einer neuen Finanzkrise um. Größere Übernahmen sind Mangelware.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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