Unmut beim Autobauer
Wilder Streik im Bochumer Opel-Werk

Nach einer 17-stündigen Belegschaftsversammlung hatten einige Mitarbeiter des Bochumer Opel-Werks offenbar genug. Zahlreiche Beschäftigte blieben illegal der Arbeit fern – und überraschten selbst ihren Betriebsratschef.
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BochumBei Opel ist ein Teil der Belegschaft im Werk Bochum in der Nacht auf Dienstag in einen wilden Streik getreten. Nach einer Belegschaftsversammlung an dem Standort im Ruhrgebiet, die bis in die tiefe Nacht dauerte, hätten sich bis zur Frühschicht um 7 Uhr rund 140 Beschäftigte an einer „illegalen Arbeitsniederlegung“ beteiligt, sagte ein Opel-Sprecher am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ vom Mittwoch. Nach der Belegschaftsversammlung hätten „einige Mitarbeiter“ ihre Kollegen aufgerufen, nicht an die Bänder zu gehen. Diesem Aufruf seien rund 140 Beschäftigte gefolgt.

Insgesamt arbeiten bei Opel in Bochum in der Nachtschicht nach Unternehmensangaben zwischen 800 und 1000 Beschäftigte. Wie der Opel-Sprecher sagte, habe es als Folge der Arbeitsniederlegung in der Nacht auf Dienstag nur eine „eingeschränkte Produktion“ gegeben. Mit der Frühschicht ab sieben Uhr aber sei die Fertigung wieder normal gelaufen. Ob disziplinarische Schritte gegen die am Streik beteiligten Mitarbeiter eingeleitet würden, sei „noch nicht entschieden“.

Die Belegschaftsversammlung, bei der es um die geplante Schließung des Standorts ging, hatte nach Betriebsratsangaben am Montag um 8 Uhr am Morgen begonnen und bis Dienstag um 1 Uhr gedauert. 51 Redner hätten sich zu Wort gemeldet. Es sei die „längste Belegschaftsversammlung in der Geschichte von Opel“ gewesen, erklärte der Betriebsrat. Opel will das Werk Ende 2014 schließen.

Der Bochumer Betriebsrat-Chef, Rainer Einenkel, der laut „WAZ“ nicht zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen hatte, sprach in der Zeitung von einer „demokratischen Entscheidung“ der Mitarbeiter. Er selbst distanzierte sich von wilden Streiks: „Ich glaube, wir müssen den Weg der Verhandlungen gehen“, sagte der Betriebsrat-Chef.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Unmut beim Autobauer: Wilder Streik im Bochumer Opel-Werk"

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  • No-Chevy schreibt:

    Wer einen Opel aus koreanischer Produktion kauft, bestärkt GM in seiner Entscheidung nur. Sollte Opel bei GM bleiben, ist Bochum - leider - verloren. Es bleiben aber noch Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach. Daher, nur Opel kaufen, die von Opel/Vauxhall gebaut wurden und nichts aus Chevy-Werken!
    _____________________________________

    Ihnen ist aber hoffentlich bewusst, dass vor kurzem die Entscheidung getroffen wurde, den Opel Mokka zusätzlich im spanischen Opel Werk Saragossa zu fertigen??



    @No-Chevy:

  • Respekt !!!

    Endlich mal Arbeitnehmer, die selbstständig und geschlossen reagieren !!!

    Weiter so !!!

  • Opel-Streik wir sollten diesen USA-Trend übernehmen.
    Es gibt zu viele Ja-Sager umknicker und nach der Wahl vergesser.

    Mit solidarischen Grüßen ein deutscher Arbeiter
    Kämpft weiter!

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