Unregelmäßigkeiten innerhalb des Vertriebsnetzes
Daimler-Chrysler kommt nicht zur Ruhe

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ihre Ermittlungen wegen Untreue und Bestechlichkeit gegen Daimler-Chrysler- Mitarbeiter und Personen außerhalb des Konzerns ausgeweitet.

HB STUTTGART. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Mittwoch auf Anfrage bestätigte, ermittle sie inzwischen gegen zwölf Personen, die meisten von ihnen Daimler-Chrysler-Mitarbeiter. Die Staatsanwaltschaft habe am Dienstag Wohnräume und Arbeitsplätze von zwei Beschuldigten im Großraum Stuttgart und Ulm durchsucht, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Es habe sich um deren Arbeitsplätze in einer Niederlassung von Daimler-Chrysler gehandelt, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Am Mittwoch seien außerdem bei der Daimler-Chrysler in Böblingen Unterlagen eines ehemaligen Mitarbeiters sichergestellt worden. Die Ermittlungen laufen im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten innerhalb des Vertriebsnetzes von Daimler-Chrysler. Den ehemaligen Mitarbeitern wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Untreue im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe für Bauleistungen und Bestechlichkeit vorgeworfen. Sie sollen von einem Geschäftspartner unzulässige Sachzuwendungen erhalten haben.

Bereits am 23. März hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass in drei Städten Wohnungen und Gewerberäume ehemaliger Konzernmitarbeiter und anderer Personen durchsucht worden seien. Es handelte sich um die Städte Berlin, München und Stuttgart, wo in 13 Objekten zahlreiche Unterlagen sichergestellt worden seien.

Im Zusammenhang mit dem Verdacht der Untreue und teilweise auch wegen Bestechlichkeit sind in den vergangenen Monaten ranghohe Mitarbeiter aus dem Vertrieb und der Bauabteilung des Konzerns ihrer Posten enthoben worden. Zwei Niederlassungs-Leiter in Hamburg und Leipzig haben inzwischen ihren Hut nehmen müssen.

Die Staatsanwaltschaft nennt weiterhin keine Namen. Die Daimler-Chrysler-Konzernsicherheit und -revision arbeiteten seit Monaten auf Hochtouren und eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Ein Ende der Ermittlungen sei noch nicht abzusehen. Auch die Höhe der Schadenssumme konnte Daimler-Chrysler bis zur Stunde nicht nennen. Ein Sprecher von Daimler-Chrysler erklärte auf Anfrage, der Graumarkt sei nicht das eigentliche Thema. Der Graumarkt sei aber das Klima, in dem die zu ermittelnde Vorgänge gedeihten.

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