Unruhen Nordafrika
OMV fördert weniger Öl bei höherem Gewinn

Wegen der Unruhen in Libyen und im Jemen ist die Ölförderung des Mineralöl- und Gaskonzern OMV im ersten Quartal deutlich gesunken. Trotzdem machte das Unternehmen mehr Gewinn, aber auch bedeutend mehr Schulden.
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Wien Die Unruhen in Nordafrika bremsen den Mineralöl- und Gaskonzern OMV. Wegen der anhaltenden Unsicherheit und einem vorübergehenden Ölförderstopp in Libyen und Jemen erwartet das Unternehmen 2011 eine geringere Produktion als im vergangenen Jahr, wie OMV am Mittwoch mitteilte. Im Februar war der Konzern noch von einer gleichbleibenden Fördermenge ausgegangen.

Indirekt profitiert die OMV aber auch von den Umwälzungen - denn dadurch stieg der Ölpreis im ersten Quartal deutlich an. Das spülte dem Konzern mehr Geld in die Kassen: Der Gewinn stieg um fünf Prozent auf 365 Millionen Euro. Der um die Wertveränderung bei Lagerbeständen bereinigte operative Gewinn legte um zwölf Prozent auf 726 Millionen Euro zu. "Das erste Quartal 2011 erwies sich als sehr schwierig - eine starke operative Leistung war von politischen Unruhen in Nordafrika und im Mittleren Osten überschattet, was auch Einfluss auf unsere Produktion hatte", sagte der seit Anfang April amtierende Firmenchef Gerhard Roiss.

Im ersten Quartal ging die Ölförderung um vier Prozent zurück. Auch höhere Mengen aus den Feldern des Konzerns in Kasachstan, Tunesien und Pakistan konnten die Ausfälle in Libyen nicht ausgleichen. Vor Ausbruch der Unruhen hatte die OMV rund zehn Prozent ihrer Öl- und Gasförderung aus Libyen bezogen. Für die Gewinnentwicklung im laufenden Jahr gab sich Roiss dennoch zuversichtlich. Die Übernahme des türkischen Tankstellenbetreibers Petrol Ofisi werde sich positiv auswirken. Der Ölpreis (Brent) werde sich nach Einschätzung des Konzerns im laufenden Jahr zwischen 90 und 100 Dollar bewegen.

Das Hauptaugenmerk werde die OMV 2011 darauf legen, "das starke Investment Grade Credit Rating und ein stabiles Finanzprofil aufrechtzuerhalten", heißt es im Zwischenbericht. Durch die Übernahme von Petrol Ofisi war die Nettoverschuldung Ende März auf 5,4 Milliarden nach 3,1 Milliarden Euro ein Jahr zuvor gestiegen. Der Konzern hatte bereits angekündigt, zu seiner Refinanzierung sämtliche Maßnahmen bis hin zu einer Kapitalerhöhung zu prüfen. Dieser Prozess laufe noch, erklärte die OMV.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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