„Unsichere Fahrzeuge“
GM-Manager schon 2002 vor Qualitätsmängeln gewarnt

Im Skandal um Sicherheitsprobleme bei General Motors sind neue Hinweise auf eine Verschleierung gravierender Mängel aufgetaucht. Alle zwölf Verwaltungsräte sollen schon 2002 vor unsicheren Fahrzeugen gewarnt worden sein.
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WashingtonBeim Autobauer General Motors sind neue Hinweise auf eine Verschleierung gravierender Sicherheitsmängel aufgetaucht. Der damalige Chef der internen GM-Qualitätsprüfung, William McAleer, warnte 2002 in einem Brief an alle zwölf GM-Verwaltungsräte, es würden regelmäßig Fahrzeuge mit ernsthaften Sicherheitsproblemen vom Band laufen. Der Konzern müsse „die anhaltende Auslieferung unsicherer Fahrzeuge stoppen“ und „verdächtige Autos zurückrufen, die sich bereits bei Kunden befinden“, hieß es in den Briefen, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte.

GM hat in diesem Jahr bereits mehr als 20 Millionen Autos in die Werkstätten beordert. Skandalös ist dabei der Rückruf von mehreren Millionen Fahrzeugen wegen defekter Zündschlösser, weil das Problem im Konzern mindestens zehn Jahre lang bekannt war, bevor der Opel-Mutterkonzern einen Rückruf startete. Der Defekt hat zu mindestens 13 Todesfällen geführt.

Die neue GM-Chefin Mary Barra hatte Anfang Juni mit Blick auf diesen Skandal erklärt, das Top-Management treffe keine Schuld. Eine interne Untersuchung habe ergeben, dass die Probleme nicht an die Führungsetage herangetragen worden seien. Es habe keine abgestimmte Verschleierung gegeben. Vielmehr seien die Probleme auf Versäumnisse und Inkompetenz einiger weniger Personen zurückzuführen.

McAleer forderte den Verwaltungsrat dazu auf, die Qualitätskontrollen „unabhängiger von Konzernpolitik und Kostensenkungen“ zu machen. Sein für die Prüfung von Autos vor der Auslieferung zuständiges Team habe regelmäßig ernsthafte Probleme bei Neuwagen aufgespürt. Als er seine Bedenken geäußert habe, sei er aufgefordert worden, sich aus Sicherheitsfragen herauszuhalten.

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