Unsicherheit in 2007
Carl Zeiss macht mit Optik gutes Geschäft

Der traditionsreiche Technologiekonzern Carl Zeiss hat ein excellentes Geschäftsjahr hinter sich. Speziell das Geschäft mit Halbleiterprodukten sowie mit Optik-Elementen für Wissenschaft und Medizin lief gut. Auch für die Zukunft ist das Unternehmen optimistisch – mit Einschränkungen.

HB STUTTGART. Der Umsatz legte 2005/2006 um ein Zehntel auf 2,4 Mrd. Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um ein Viertel auf 313 Mill. Euro. Beim Auftragseingang verbuchte der Konzern ein Plus von 13 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro. Ein Nettoergebnis wies das Unternehmen, das der Carl-Zeiss-Stiftung gehört, nicht aus.

„Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr hinter uns“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Kurz. Zum Wachstum hätten alle Bereiche des Konzerns beigetragen. An die Mitarbeiter werden insgesamt rund 18 Mill. Euro als Erfolgsbeteiligung ausgeschüttet. Angesichts der guten Geschäftslage schuf der Konzern 200 Arbeitsplätze und beschäftigt damit nun weltweit 11 250 Menschen.

Für das im September endende Geschäftsjahr 2006/2007 zeigte sich Firmenchef Kurz optimistisch, erneut das Ziel eines profitablen zweistelligen Umsatzwachstums zu erreichen. „Wir sind mit vollen Auftragsbüchern ins neue Jahr gestartet“, sagte er. Allerdings sei die Geschäftsentwicklung noch schwer abzusehen, da sich das Halbleitergeschäft in der zweiten Jahreshälfte möglicherweise mit dem Konjunkturzyklus der Branche abschwächen werde. „Alle anderen Bereiche sind gut unterwegs.“

Fototechnik schwächelt

Neben Halbleitertechnik verkauften sich 2005/2006 auch Mikroskope und Geräte für Augen- und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte gut; die Sparten legten um je 14 Prozent zu. Hingegen brachen die Umsätze mit optisch-elektronischen Systemen – also militärischen Periskopen und Nachtsichtgeräten sowie Fotoobjektiven und Ferngläsern – um 17 Prozent ein. Zum Minus trug der Verkauf der schwachen Displaysparte an die US-Firma Jabil wesentlich bei. Der Bereich Augenoptik, den Carl Zeiss zu 50 Prozent an den Finanzinvestor EQT verkauft hat und daher nur noch anteilig in die Konzernbilanz einbezieht, steigerte seinen Umsatz um 7 Prozent auf 845 Mill. Euro. Carl Zeiss Vision ist weltweit der zweitgrößte Anbieter von Brillengläsern.

In Zukunft will sich Carl Zeiss noch stärker international ausrichten, wie Konzernchef Kurz ankündigte. Bereits 84 Prozent der Umsätze erwirtschaftet der Konzern aus dem württembergischen Oberkochen im Ausland. „Der Asienanteil ist mit 13 Prozent noch nicht so, wie wir wollen“, sagte Kurz. Vor kurzem hat das Unternehmen einen Betrieb für Messtechnik-Produkte in China eröffnet. „Das ist eine Richtung, in die es auch bei anderen Geschäftsbereichen gehen könnte.“ Nach wie vor sei der Konzern auch für Zukäufe in allen Segmenten offen. Dafür habe Carl Zeiss derzeit Barbestände von rund 650 Mill. Euro.

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