Unsicherheit über künftige Wettbewerbsbedingungen erschwert Geschäftsprognosen: Regulierer setzt Energiebranche unter Hochspannung

Unsicherheit über künftige Wettbewerbsbedingungen erschwert Geschäftsprognosen
Regulierer setzt Energiebranche unter Hochspannung

Die Spannung in der Energiebranche ist hoch: Sechs Jahre nach Liberalisierung des Marktes soll die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ab Juli auch den Energiewettbewerb in Schwung bringen – die Platzhirsche müssen Einbußen befürchten.

DÜSSELDORF. „Ich glaube, der Regulierer wird eine ziemlich starke Auswirkung auf den Markt haben“, sagte der Chef von Deutschlands fünftgrößtem Stromanbieter MVV Energie AG, Rudolf Schulten, dem Handelsblatt. „Er steht unter großem Erfolgsdruck und muss zeigen, dass er der Energiewirtschaft richtig Beine macht“.

Die Ungewissheit, wie der Regulierer den Wettbewerb beeinflussen wird, erschwert Prognosen der Versorger. Zuletzt war das Geschäft mit Strom und Gas in Deutschland schließlich der größte Gewinnbringer. „Die Unsicherheit am Markt ist nicht zu übersehen“, sagt Matthias Heck, Analyst bei Sal. Oppenheim. Sie habe die Entwicklung der Aktien zuletzt deutlich gebremst.

Die Gewinne der Energiekonzerne könnten schmelzen, wenn der Regulierer die Entgelte senkt, die sie von ihren Konkurrenten für die Nutzung der Strom- und Gasnetze fordern. Seit der Liberalisierung klagen die neuen Wettbewerber über zu hohe Gebühren. Sie werfen den Konzernen vor, mit diesen ihren Vertrieb zu subventionieren. „Die Entgelte müssen sinken“, sagt Henning Borchers, Geschäftsführer des Bundesverbands Neuer Energieanbieter. „Dass die Großkonzerne zuletzt kräftig an der Preisschraube gedreht haben, zeigt ja, dass sie mit Druck von der Behörde rechnen“.

Es zeichnet sich zwar ab, dass dem Strommarkt eine vergleichsweise sanfte und dem Gasmarkt eine strikte Aufsicht droht. Noch muss das Bundeswirtschaftsministerium die genauen Befugnisse des Regulierers aber klären. Branchenkenner rechnen damit, dass Wirtschaftsminister Wolfgang Clement heute auf der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft 2004 für mehr Klarheit sorgt – das Thema Regulierung steht auf der Tagesordnung. Bis Donnerstag werden sich in Berlin rund 1 000 Branchenvertreter treffen.

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