Unter Dormann und Voser ging ABB auf Erholungskurs
Bei ABB legt das alte Team seinen letzten Coup vor

Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB ist auf Erholungskurs. Wie ABB gestern in Zürich bekannt gegeben hat, konnte der Konzern im ersten Halbjahr 2004 einen Gewinn von 90 Mill. Dollar verbuchen.

oli ZÜRICH. In der gleichen Vorjahresperiode hatte das Unternehmen noch einen ebenso deutlichen Verlust geschrieben. Auch operativ verbesserte sich der Konzern stark.

Der Abbau der Schulden geht weiter: ABB kündigte ein Rückkauf-Angebot für Euro-Anleihen an, das nach den Worten des scheidenden Finanzchefs Peter Voser dazu beitragen soll, „die Gesamtverschuldung bis Ende 2005 auf vier Mrd. Dollar zu reduzieren.“ Der Konzern wies Ende Juni noch eine Gesamtverschuldung von 6,1 Mrd. Dollar aus. Der Verschuldungsgrad beträgt damit noch 65 Prozent.

Voser, der die Gesundung des Konzerns maßgeblich vorangetrieben hatte, verlässt das Unternehmen Ende September und wechselt zu seinem ehemaligen Arbeitgeber Shell. Ein Nachfolger ist bislang nicht in Sicht. ABB-Chef Jürgen Dormann verlässt die Konzernspitze vier Monate später. Er bleibt Verwaltungsratspräsident, während sich vom September an sein Nachfolger Fred Kindle einarbeitet. Die zahlreichen Wechsel haben bei Analysten, die das bisherige Team geschätzt haben, Stirnrunzeln hervorgerufen. Die Börse honorierte die guten Zahlen von gestern allerdings erst einmal mit einem Kursanstieg von zeitweise mehr als vier Prozent.

Im zweiten Quartal dieses Jahres konnten die Schweizer einen Gewinn 86 Mill. Dollar verbuchen. Der Umsatz legte zwar nur um ein Prozent auf 4,91 Mrd. Dollar zu. Der starke Auftragseingang, der um 17 Prozent auf 5,53 Mrd. Dollar gestiegen ist, eröffnet jedoch eine optimistische Zukunftsperspektive. Der Verkauf des Öl- und Gasgeschäfts vom Juni brachte einen Nettoerlös in bar von rund 800 Mill. Dollar. Die Summe ist genauso wie ein Verlust von 70 Mill. Dollar in Folge falscher Zahlen, die eine italienische Geschäftseinheit geliefert hatte, noch nicht im Ergebnis berücksichtigt.

Das Betriebsergebnis vor Abzug von Steuern und Zinsen (Ebit) stieg rasant und liegt mit 521 Mill. Dollar um 122 Prozent über dem Resultat des ersten Halbjahres 2003. Dennoch liegt der operative Gewinn leicht unter den Erwartungen von Analysten. Dafür fielen Umsatz und Aufträge besser aus als erwartet. Konzernchef Dormann zeigte sich zufrieden mit dem Halbjahresabschluss. Er beweise, dass der Turnaround gelungen sei.

Dormann bestätigte die Ziele für das kommende Jahr: Der Umsatz soll durchschnittlich um vier Prozent zulegen. Nach dem Halbjahresgewinn hofft ABB nun, auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen ausweisen zu können.

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