Unterhaltungskonzern
Die Schlacht um das Disney-Märchenland

Die Welt von Micky und Minnie ist friedlich - die des Unternehmens Walt Disney allerdings nicht, wie gerade die jüngere Vergangenheit zeigt. Dem jetzigen Chef Robert Iger ist es aber einigermaßen gelungen, Differenzen zu überbrücken. Allerdings hatte das Folgen; zum beispiel wurde Steve Jobs größter Aktionär von Walt Disney. Nun geht der Kampf in der Wirtschaftskrise erst richtig los.

HB BURBANK. Walt Disney, der nach Time Warner zweitgrößte Unterhaltungskonzern weltweit, ist in den Sog der Wirtschaftskrise geraten. Der US-Konzern erlitt im vergangenen Quartal einen erneuten Gewinneinbruch um fast ein Drittel auf 845 Millionen Dollar (653 Millionen Euro). Der Umsatz fiel um acht Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar. Damit fielen die Zahlen weit schlechter aus, als von Analysten erwartet.

Schlechte Zeiten für Disney. Doch die wechselvolle Geschichte des Konzerns läßt hoffen auf bessere Zeiten: Walt Disney hat eine ereignisreiche Vergangenheit, die von Führungskämpfen geprägt war. 1923 gründeten die Brüder Walt und Roy Disney das Unternehmen, das durch Zeichentrickfilme bekannt wurde. 1928 machte der dritte Micky-Maus-Cartoon "Steamboat Willie" die Maus berühmt.

In der 80er Jahren geriet Walt Disney in eine Krise. 1984 investierte der texanische Immobilienmogul Sid Bass in das Unternehmen. Michael Eisner wurde Vorstandsvorsitzender und Frank Wells Präsident. Beide waren erfahrene Manager, die von den Konkurrenten Warner Brothers und Paramount Pictures kamen.

Eisner gelang es, das damals mittelständische Unternehmen auf Kurs zu bringen. Er teilte Disney in vier Sparten (TV, Kino, Vergnügungsparks, Merchandising) auf, trieb die Vermarktung der Trickfilme auf Video voran und baute die TV-Sparte aus. Unter Eisners Ägide entstand Touchstone Pictures, um neue, erfolgreiche Kinofilme zu produzieren. Mitte der 90er Jahre kaufte Disney auch noch das Studio Miramax.

Eisner war erfolgreich - aber nicht beliebt. Im Gegenteil. Er hatte einen autoritären Führungsstil und stritt sich mit Verwaltungsratsmitgliedern und alten Weggefährten. Einen Eklat verursachte Eisner, als er nach dem Tod von Wells seinen Freund Michael Ovitz zum Präsidenten von Walt Disney machte. Die beiden überwarfen sich und nach einem guten Jahr räumte Ovitz seinen Posten - mit einer Abfindung von 140 Millionen Dollar. Die Aktionäre reichten Klage ein, die zehn Jahre später abgewiesen wurde.

Seite 1:

Die Schlacht um das Disney-Märchenland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%