Unterm Strich rote Zahlen
Norddeutsche Affinerie mit Gewinneinbruch

Europas größter Kupferhersteller Norddeutsche Affinerie (NA) hat wegen anhaltenden Verlusten bei zwei Tochtergesellschaften und der angespannten Situation auf den Rohstoff- und Produktmärkten in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Unter dem Strich rutschte der Konzern sogar in die roten Zahlen, weil die Verluste der Tochter Hüttenwerke Kayser steuerlich nicht abzugsfähig waren.

Reuters HAMBURG. Für das Gesamtjahr 2002/2003 bekräftigte der Hamburger Konzern am Donnerstag gleichwohl sein Ziel eines ausgeglichenes Ergebnisses. Dazu soll ein bereits eingeleitetes Programm zur Kostensenkung beitragen. Außerdem denkt die NA darüber nach, Teile der Kupferproduktion ins Ausland zu verlagern.

„Oberstes Ziel aller unserer Verbesserungsmaßnahmen ist es, dass der NA-Konzern im Geschäftsjahr 2003/2004 auch bei einer anhaltenden Wirtschaftsflaute positive Ergebnisse erwirtschaften und an die bisherige Dividendenpolitik anknüpfen kann“, sagte Vorstandschef Werner Marnette. In einem Reuters Interview fügte er hinzu: „Und da denken wir auch darüber nach, inwieweit wir einen Schritt ins Ausland tun können oder sogar tun müssen.“ Davon werde nicht die Kupfererzeugung betroffen sein, sondern die Herstellung von Kupferprodukten. Marnette ließ offen, um welche Bereiche es sich konkret handeln könnte. An Kupferprodukten stellt die NA unter anderem Gießwalzdraht für die Kabel und Elektroindustrie sowie Bänder und Drähte für die Telekommunikations- und Automobilindustrie her.

Die im MDax notierten NA-Aktien legten gleichwohl in einem behaupteten Gesamtmarkt 1,6 % auf 8,79 € zu.

Bei der NA schlagen zurzeit die konjunkturell bedingt schwache Nachfrage nach Kupferprodukten und die Verteuerung von Kupferschrott zu Buche. Daneben wirken sich auch negative Währungseffekte aus dem starken Euro-Kurs aus. Auch der bereits laufende Personalabbau belastete das Ergebnis. Der Konzernumsatz nahm in den ersten neun Monaten des Ende September auslaufenden Geschäftsjahres auf 1,321 Mrd. von 1,364 Mrd. € ab. Der Vorsteuergewinn verringerte sich auf eine Million Euro von 28 Mill. im Vorjahreszeitraum. Nach Steuern wies die NA einen Verlust von 6,3 Mill. € aus, im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Gewinn von 13,6 Mill. € erzielt. Entscheidend für den Gewinnrückgang im Konzern seien die Verluste bei den Tochtergesellschaften Hüttenwerke Kayser und Prymetall.

Der deutlich verschlechterten Ergebnisentwicklung begegnet die NA mit einem konzernübergreifenden Programm zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung mit einem jährlichen Verbesserungspotenzial von 80 Mill. €. Einsparungen von 50 Mill. € seien bereits durch erste Schritte eingeleitet. Weitere Maßnahmen mit einem Gesamtpotential von 30 Mill. € befänden sich noch in der Konzeptphase. Das Programm solle sich ab dem nächsten Geschäftsjahr positiv auf das Ergebnis auswirken.

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