Unternehmen aus der zweiten Reihe lassen hoffen
Deutsche Biotechnik braucht den Erfolg mit Pharma-Produkten

Nach zwei Jahren Flaute hat sich das Klima in der Biotech-Industrie wieder aufgehellt. Das gilt vor allem für die USA, wo die Branche in den vergangenen Monaten mit einer Serie von Erfolgen in Forschung und Zulassungsverfahren aufwarten konnte und die Unternehmen seither wieder offene Türen bei den Investoren einrennen. Ein knappes Dutzend US-Firmen bereitet inzwischen einen Börsengang vor.

Ob und wann auch die deutschen Biotechfirmen von dieser Wende profitieren können, bleibt abzuwarten. Ihre Ausgangsbasis ist schwieriger, da sich der Fokus von Investoren und Pharmaindustrie verschoben hat. Standen in den späten 90er Jahren noch Plattformtechnologien wie Genom- und Proteinanalyse hoch im Kurs, sind derzeit konkrete Produktentwicklungen stärker gefragt. Gerade auf diesem Gebiet indessen gilt die deutsche Biotechbranche noch als relativ schwach. Erst kürzlich warnte die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie, dass die Branche in dieser Hinsicht weit abeschlagen ist. Umso wichtiger wird die Signalwirkung sein, die in den kommenden beiden Jahren von den relativ wenigen deutschen Biotechfirmen mit Wirkstoffkandidaten in fortgeschrittener klinischer Entwicklung ausgeht.

Ob das Glas in Punkto Medikamenten-Entwicklung eher halb leer oder halb voll ist, hängt dabei stark vom jeweiligen Standpunkt oder Vergleichsmaßstab ab. Da die Mehrzahl der Firmen erst in den späten 90er Jahren an den Start ging, hatten viele noch gar keine Chance, eigene Wirkstoffkandidaten von Grund auf zu entwickeln. Die Alternative bestand darin, Produktkandidaten von außen einzulizenzieren, was inzwischen auch etliche Unternehmen praktizieren.

Nach Daten von Ernst & Young befanden sich Ende 2002 bei deutschen Biotechfirmen insgesamt etwa 60 Wirkstoffkandidaten in der klinischen Prüfung, das heißt in der Erprobung am Menschen. Dass die Zahl gegenüber dem Vorjahr nicht mehr weiter gewachsen ist, führen die Experten von Ernst & Young unter anderem auf die schwierigen Finanzierungsbedingungen zurück. Daneben spielten Übernahmen und einige Fehlschläge eine Rolle, so etwa beim Herzmittel Etomoxir von Medigene. Als einziges Unternehmen unter den deutschen Biotechfirmen verfügt Medigene allerdings mit dem Krebsmittel Leuprogel über ein Medikament im Zulassungsverfahren. Fortschritte konnte zuletzt auch die ebenfalls börsennotierte GPC Biotech AG vermelden. Nach positiven Resultaten in der Phase II erhielt sie in den USA die Genehmigung, bei ihrem Krebsmittel Satraplatin mit den abschließenden Studien zu beginnen. Beide Projekte sind indessen keine echten Eigengewächse, sondern wurden von US-Firmen einlizenziert.

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