Unternehmen bereiten sich mit Kooperationen in Osteuropa auf die Zukunft vor
Wenig neue Aufträge auf dem erweiterten Rüstungsmarkt

Für die kleine tschechische Firma ERA war es eine gute Nachricht: Das 140-Mann-Unternehmen aus dem Städtchen Pardubice habe ein passives Radar entwickelt, das den US-Tarnkappenbomber F-117 aufspüren könne, hieß es kürzlich in Medienberichten.

DÜSSELDORF.Das Hightech-Gerät „Vera-E“ kann den US-Superbomber zwar nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen entdecken, und auch Großbritannien hat schon mit der Technologie experimentiert. Doch ERA hat den innovativen Sensor am kostengünstigsten zur Marktreife gebracht.

Der Erfolg von ERA täuscht darüber hinweg, dass die Rüstungsunternehmen in den neuen EU- und Nato-Ländern kaum mit der westlichen Konkurrenz mithalten können. „Dort geht es jetzt vor allem darum, sich an die Nato-Standards anzupassen, das geht aber nur mit Hilfe westlicher Unternehmen“, sagt Sascha Lange, Militärexperte bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik. Die Konzerne helfen gern. Längst versorgen sie lokale Firmen über Kooperationen mit Know-how und stellen sich so für die Zukunft auf.

Große Aufträge sind allerdings kurzfristig nicht zu erwarten. Den größten Erweiterungs-Deal, einen Milliarden-Auftrag über neue F 16-Jets für Polen, konnte sich der amerikanische Boeing-Konzern sichern. Viel mehr steht zurzeit nicht an. „Die Militärbudgets sind sehr gering. Ich sehe daher dort kurzfristig keine Absatzmärkte für neue Produkte“, sagt Tom Enders, Chef der Rüstungssparte von EADS. Der Ansatz, vorhandenes Gerät anzubieten und Lücken zu schließen, sei deshalb der Weg, um eine langfristige Partnerschaft aufzubauen. So rüstet EADS beispielsweise alte polnische MIG-29 auf. Riesige Gewinne verspricht das aber nicht.

EADS setzt wie viele Konkurrenten auf Präsenz in den Beitrittsländern. „Der Weg, über Kooperationen oder Akquisitionen Fuß zu fassen, ist schon wegen der Nähe sehr wichtig“, sagt Enders. Die europäische Rüstungsfirma hat die Mehrheit am ältesten polnischen Flugzeughersteller Warszawa Okecie, heute PZL, gekauft. Die Tochter Eurocopter produziert in Rumänien.

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