Unternehmen hofft auf bessere Absatzzahlen im US-Markt
Skoda und Bentley treiben VW an

Europas größter Autobauer Volkswagenhat den operativen Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert und die Markterwartungen übertroffen.

HB WOLFSBURG. Im ersten Halbjahr 2005 stieg der Reingewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent auf 403 Millionen Euro. Das teilte VW am Freitag in Wolfsburg mit. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 61,6 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, der Umsatz um 1,9 Prozent auf rund 46 Milliarden Euro.

Die Kernmarke VW schreibt allerdings weiter rote Zahlen, bestätigte Konzernchef Bernd Pischetsrieder auf einer Telefonkonferenz am Freitag und nannte auch eine Zahl: minus 39 Millionen Euro. Zwar verbesserte die Markengruppe VW insgesamt ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr von 33 auf 169 Millionen Euro. Dazu hätten aber vor allem Skoda und Bentley beigetragen. Chef der Markengruppe ist seit Mai der als Sanierer geltende Wolfgang Bernhard. Er hat ein strammes Sparprogramm aufgelegt. Branchenkreisen zufolge will der Autokonzern in den kommenden drei bis vier Jahren rund zehn Milliarden Euro einsparen.

Der Volkswagen-Konzern, der seit Wochen wegen einer Korruptionsaffäre in den Schlagzeilen steht, bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr. VW gehe weiter davon aus, dass sich sowohl das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen als auch das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahr verbesserten. Allerdings werde der Wettbewerbsdruck „eher noch zunehmen“. Zudem sei davon auszugehen, dass der hohe Ölpreis und die dadurch auf neue Rekordhöhen kletternden Kraftstoffpreise die Kaufbereitschaft der Autokunden weiter trüben würden.

Ein etwas positiveres Bild zeichnet Volkswagen für den defizitären US-Markt. Vor dem Hintergrund der Modellwechsel beim Jetta und Passat werde im zweiten Halbjahr wieder mit höheren Auslieferungszahlen gerechnet. Im ersten Halbjahr sah es allerdings noch trübe aus: Der Verlust erhöhte sich von 503 Millionen Euro im Vorjahr auf knapp 600 Millionen Euro.

In Westeuropa solle an die „gute Verkaufsentwicklung der letzten Monate“ angeknüpft und der Marktanteil ausgebaut werden.

Problematisch bleibt weiter China. Im ersten Halbjahr verbuchte VW im dortigen Geschäft einen operativen Verlust von 23 Millionen Euro nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 251 Millionen ausgewiesen worden war.

Das trotz aller Schwierigkeiten ordentliche Halbjahres-Ergebnis geht vor allem auf das gute zweite Quartal zurück. Das operative Ergebnis des Konzerns erhöhte sich von April bis Juni um satte 75 Prozent auf 911 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 685 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um knapp sechs Prozent auf 24,9 Milliarden Euro.

Die Aktie reagierte nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen mit deutlichen Kurszuwächsen und stieg in der Spitze um rund drei Prozent auf ein Jahreshoch von 45,19 Euro.

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