Unternehmen ist insolvent
Diätfirma Atkins ist abgemagert

Das Unternehmen hinter der vor allem in den USA verbreiteten Atkins-Diät ist pleite. Die Schlankmacher-Produkte wird es aber weiterhin geben.

HB DÜSSELDORF. Geholfen haben die Diätvorschläge von Robert Atkins offenbar nicht viel. Die Zahl der einst 30 Millionen Anhänger seiner kohlenhydratarmen Ernährungsweise ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Ihre Hoffnung auf eine Traumfigur haben die diätwütigen Amerikaner begraben, ihre Fettpolster sind geblieben. Geschmolzen sind lediglich die finanziellen Polster der von Robert Atkins gegründeten Firma: Am Sonntag stellte die Atkins Nutritionals Inc. einen Insolvenzantrag und beantragte den Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts. Das Unternehmen drücken Verbindlichkeiten in Höhe von rund 300 Mill. Dollar.

Robert Atkins gründete die Firma 1989 und führte sie bis zu seinem Tod 2003 selbst. Der Jahresumsatz des in Ronkonkoma, Bundesstaat New York, ansässigen Unternehmens wird auf 200 Mill. Dollar geschätzt.

Der Gläubigerschutz sichert das Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger auf sein Vermögen und ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung. Die Anhörung vor dem Insolvenzgericht findet heute statt. Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, hat sich Atkins Nutritionals bereits mit der Mehrheit seiner Gläubiger auf einen Weg aus der Schuldenfalle geeinigt. Im Tausch gegen einen Teilverzicht ihrer Forderungen will das nicht börsennotierte Unternehmen Firmenanteile anbieten. Zu den bisherigen Eigentümern gehören die Kapitalgesellschaften Parthenon und Goldman Sachs Capital Partners.

Das Insolvenzverfahren werde keine Auswirkungen auf das Tagesgeschäft haben, teilte das Unternehmen mit. Atkins Nutritionals verfügt über ein Finanzpolster von 25 Mill. Dollar, um den laufenden Geschäftsbetrieb während der Insolvenz weiterführen zu können. Nach den Worten von Unternehmenschef Mark S. Rodriguez hat die Firma bereits im vergangenen Jahr die Strukturen verkleinert. Durch intensivere Werbung will das Unternehmen die gesundheitsbewussten Verbraucher auf seine Diätprodukte aufmerksam machen.

Die von Robert Atkins ausgelöste Diätwelle erreichte 2004 ihren Höhepunkt. Zahlreiche Unternehmen schwammen darauf mit. Brauereien produzierten kohlenhydratreduziertes Bier, Nahrungsmittelkonzerne verzichteten in ihren Fertigspeisen auf Kartoffeln und Nudeln und selbst Fast-Food-Ketten warben mit Atkins' Ernährungsphilosophie. Doch die Trends in der Nahrungsmittelbranche wechseln schnell. Inzwischen hat die „Bio“-Welle die Atkins-Diät abgelöst.

Die Diät geriet mehrfach in Kritik wegen ihrer einseitigen Ausrichtung auf fettige Speisen. Fleisch und Fisch waren in Mengen erlaubt, Obst und Gemüse kaum auf dem Speiseteller zu finden, Nudeln und Reis sogar gänzlich verboten. Immer wieder wurde der Vorwurf laut, Atkins' Ernährungsplan verursache Herz- und Nierenkrankheiten sowie Krebs.

Die Atkins-Diät

Erlaubt sind Eier, Speck, Fleisch und Fisch in Massen. Kartoffeln, Nudeln, Reis und Hülsenfrüchte sind tabu. Diese Reduzierung der Kohlenhydrate soll die Insulinproduktion hemmen, weil Insulin die Einlagerung von Fett im Körper fördere - sagt Atkins. Robert Atkins schrieb seinen Ratgeber 1972, doch erst in den letzten Jahren gab es einen wahren Atkins-Boom in den USA.

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