Unternehmen muss Interseroh abgeben
Remondis darf RWE Umwelt mit Auflagen übernehmen

Das Bundeskartellamt genehmigte die beantragte Übernahme von rund 70 Prozent der Aktivitäten von RWE Umwelt durch das Entsorgungsunternehmen Remondis unter weit reichenden Auflagen. Damit kann sich Deutschlands größer Stromproduzent RWE wie geplant von seiner Umweltsparte trennen.

HB BONN. Unter anderem müsse Remondis seine Beteiligung an dem Kölner Entsorger Interseroh vor der Fusion abgeben, teilte das Kartellamt mit. Darüber hinaus müssten innerhalb festgelegter Fristen weitere Anlagen und insgesamt zwölf Sammelverträge veräußert werden. Zur Begründung hieß es, Remondis sei als zweitgrößtes Entsorgungsunternehmen in Deutschland schon bisher in allen bedeutenden Entsorgungsmärkten in Deutschland tätig. Ohne die angeordneten Verkäufe würde insbesondere auf dem Markt der flächendeckenden Entsorgung von gewerblichen Abfallstellen ein marktbeherrschendes Oligopol von Remondis und Interseroh entstehen.

„Das Kartellamt hat erreicht, dass die Fusion Remondis/RWE Umwelt in vielen Bereichen nicht zu stärkeren Marktpositionen führt, als sie vor dem Zusammenschluss bereits einer der Beteiligten jeweils hatte“, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge. Die Fusion sei deshalb unter Auflagen freizugeben gewesen. Remondis, die frühere Rethmann-Gruppe, hält bislang eine Minderheitsbeteiligung an Interseroh und stellt den Aufsichtsratsvorsitzenden. RWE Umwelt galt zudem bislang als wichtigster Wettbewerber von Interseroh.

Wettbewerbsprobleme bereits im Vorfeld beseitigt

In den übrigen Märkten für Sammlung und Transport von Restmüll insbesondere in Nordrhein-Westfalen und in den neuen Bundesländern hingegen hätten RWE Umwelt und Remondis durch die Abspaltung von Aktivitäten der RWE Umwelt erkennbare Wettbewerbsprobleme bereits im Vorfeld beseitigt, fügte die Bonner Behörde hinzu. Insgesamt kommen durch die genehmigte Fusion 70 Prozent des bisherigen Umsatzvolumens von RWE Umwelt zu Remondis.

Remondis, mit 22 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 2,5 Milliarden Euro der Branchenführer in Deutschland, hatte die angestrebte Übernahme auf Druck des Kartellamts von vornherein auf 70 Prozent der Anteile von RWE Umwelt beschränkt. Die verbleibenden 30 Prozent sollen innerhalb von drei Jahren an einen von beiden Branchenriesen unabhängigen Interessenten verkauft werden, der Remondis auf den angestammten Märkten Paroli bieten kann. Für diesen Rest haben bereits mehrere Stadtwerke ihr Interesse bekundet. Die Ausschreibung dafür solle im April beginnen, hatte RWE am Donnerstag mitgeteilt.

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