Unternehmen rechnet mit Marge von 5,5 Prozent
Renault erhöht Jahresprognose

Der französische Automobilhersteller Renault hat nach einem guten Halbjahresergebnis seine Prognose für das Gesamtjahr erhöht.

HB PARIS. Sowohl beim Netto- als auch beim operativen Gewinn übertraf der französische Konzern nach den am Mittwoch vorgelegten Zahlen in den ersten sechs Monaten des Jahres die Analystenprognosen. Dabei profitierte Renault vor allem von starken Verkäufen seiner Megane-Modelle und von höheren Margen außerhalb des westeuropäischen Kernmarktes. Analysten sprachen von beeindruckenden Zahlen im Vergleich zu eher enttäuschenden Geschäftsverläufen der europäischen Konkurrenz. Die Aktien reagierten mit Kursgewinnen von fast sechs Prozent.

„Vor dem Hintergrund eines um ein bis zwei Prozent wachsenden europäischen Automobilmarktes schraubt Renault seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2004 nach oben“, teilte das Unternehmen mit. Auf Basis der derzeitigen Wechselkurse werde nun eine operative Gewinnmarge von 5,5 Prozent vom Umsatz prognostiziert nach 3,7 Prozent ein Jahr zuvor. Dies wäre Analysten zufolge die höchste Marge aller europäischen Autobauer. Bislang war Renault von 4,5 Prozent ausgegangen. „Auch das Nettoergebnis dürfte höher ausfallen als erwartet“, erklärte der Konzern.

Im ersten Halbjahr verbuchte Renault einen Netto-Gewinnanstieg von 28,5 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro - verglichen mit einer Expertenprognose von 1,41 Milliarden Euro. Der operative Gewinn stieg um mehr als 100 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro und erreichte damit das höchste Niveau seit der Boomphase Ende der neunziger Jahre. Analysten hatten im Schnitt lediglich 958 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 20,76 Milliarden Euro.

Rund ein Viertel des operativen Gewinnanstiegs ist auf bessere Margen im Geschäft außerhalb Westeuropas zurückzuführen. Dort schrieb das Unternehmen, das zu rund 44 Prozent an dem japanischen Autobauer Nissan Motor beteiligt ist, wieder schwarze Zahlen. „Das sind wirklich exzellente Zahlen“, sagte Patrice Solaro von Kepler Equities. „Die Erholung des Automarktes hat sicher dazu beigetragen, aber auch die Kostensenkungen der vergangenen zwei bis drei Jahre tragen allmählich Früchte.“ In Frankreich und anderen Ländern Westeuropas hat Renault seit vergangenem Jahr vor allem von dem Erfolg des Megane einschließlich des Scenic-Minivan profitiert. Für das Gesamtjahr erwartet Renault ein generelles Nachfrageplus in Westeuropa von ein bis zwei Prozent.

Die kräftigen Wachstumsraten bei Renault unterstreichen die derzeitige Stärke französischer Autohersteller im Vergleich zur europäischen Konkurrenz. So hatte der heimische Rivale und zweitgrößter Autobauer Europas, PSA Peugeot Citroen, im ersten Halbjahr mehr verdient als erwartet und zugleich signalisiert, die Jahresprognose möglicherweise anzuheben. Im Unterschied dazu hat Europas Branchenprimus Volkswagen unlängst seine Erwartungen für 2004 nach unten geschraubt. Und die Auto-Sparte des italienischen Konkurrenten Fiat kämpft schon seit längerem mit Verlusten.

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