Unternehmen rechnet mit Nettoverlust im laufenden Geschäftsjahr: Daimler-Tochter Fuso ruft weitere Fahrzeuge zurück

Unternehmen rechnet mit Nettoverlust im laufenden Geschäftsjahr
Daimler-Tochter Fuso ruft weitere Fahrzeuge zurück

Daimler-Chryslers japanische Lastwagentochter Fuso ruft weitere 109 000 Fahrzeuge in die Werkstatt zurück. Eine erweiterte Untersuchung bis ins Jahr 1971 zurück habe zusätzliche Qualitätsmängel zu Tage befördert, sagte Firmenchef Wilfried Porth in Tokio. Er sei jedoch zuversichtlich, dass dies nun der letzte Schritt der Aufräumaktion sei.

TOKIO. Die bisher gebildeten Rückstellungen reichten aus, um auch die neuen Rückrufe zu finanzieren. Bisher hatte das Unternehmen bereits fast 850 000 Fahrzeuge zurückgerufen. Insgesamt sind auf Japans Straßen rund 1,3 Millionen Lastwagen und Busse unter der Marke Fuso unterwegs. Seit Frühjahr 2004 lüftet Fuso immer neue Qualitätsmängel, die in der Vergangenheit unter dem damaligen Management unter den Teppich gekehrt wurden. Gerichtsprozesse in dieser Sache laufen.

Porth sagte, im noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr werde die Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation wegen der Einmalaufwendungen für die Rückrufaktion einen Nettoverlust machen. Operativ jedoch werde ein Gewinn anfallen. Im Geschäftsjahr 2005/06 will Fuso dann wieder schwarze Zahlen schreiben. Im vergangenen Geschäftsjahr 2003/04 hatte Fuso bei einem Umsatz von fast 900 Mrd. Yen einen Nettogewinn von 17,5 Mrd. Yen (knapp 129 Mill. Euro) eingefahren. Unter dem schrumpfenden Heimatmarkt leidet auch die Konkurrenz und fokusiert sich auf Wachstum im Ausland. Konkurrent Isuzu verkündete gestern dennoch für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Nettogewinn von 15,2 Mrd. Yen.

Fuso gehört seit März 2004 zu 65 Prozent der Daimler-Chrysler AG und wird dort voll in der Bilanz konsolidiert. Vorher hatte der angeschlagene Autobauer Mitsubishi Motors (MMC) die Mehrheit. Mit ihm hat Daimler-Chrysler nach Informationen des Handelsblatts mittlerweile eine Lösung zu Entschädigungszahlungen gefunden, die nun noch von allen Gremien genehmigt werden muss. Unbestätigten japanischen Presseberichten zufolge will MMC insgesamt 70 Mrd. Yen (gut 515 Mill. Euro) an Daimler-Chrysler zahlen – in Form von weiteren Fuso-Aktien und Bargeld. Daimler-Chrysler hat in seiner Bilanz für Fuso Rückstellungen in Höhe von 470 Mill. Euro gebildet.

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