Unternehmen schrumpft zur Finanzholding
Radikaler Umbau bei Lion Bioscience trägt erste Früchte

Der radikale Umbau bei Lion Bioscience trägt erste Früchte: Das Heidelberger Unternehmen hat die Trendwende geschafft und im ersten Quartal fast die Gewinnschwelle erreicht.

HB HEIDELBERG. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2005/2006 habe der Verlust 53 000 € betragen nach 2,62 Mill. € im Vorjahr, teilte die Gesellschaft am Freitag mit. Ohne die Belastungen der kurz vor dem Verkauf stehenden letzten Geschäftsbereiche bezifferte Lion Bioscience das Minus mit 4000 €. Das Unternehmen will sein Kerngeschäft, die Bioinformatiksparte, veräußern und nur noch als Finanzholding mit fünf Mitarbeitern weiter bestehen. Lion hatte zum 30. Juni einen Liquiditätsbestand von 24,4 Mill. €.

Die Firma, die einst in der Biotechnologie ähnlich erfolgreich werden wollte wie SAP in der Softwarebranche, schreibt seit Jahren immense Verluste. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 wies Lion auch ohne die noch zu verkaufenden Geschäfte netto ein Minus von 13,2 Mill. € aus - bei einem Umsatz von nur noch 200 000 €.

Lion hatte in der Vergangenheit schon mehrfach seine Strategie erfolglos geändert. 2002 hatte das Unternehmen die eigene Wirkstoffforschung aufgegeben, um sich auf den Ausbau der Informatikprodukte für die Medikamentenforschung zu konzentrieren. Im vergangenen Jahr musste Lion seine neue Forschungssoftware mangels Nachfrage einstellen. Im Oktober war der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat zurückgetreten.

Die Lion-Aktie, einst im Technologieindex stark nachgefragt, notiert derzeit nur noch bei rund 1,30 €. Im September 2000 hatte das Papier noch 131 € gekostet.

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