Unternehmen schweigt jedoch zu Hinweisen auf geplanten Personalabbau
Bayers Pharmaforschung richtet sich auf drastischen Sparkurs ein

Im Rahmen der Neupositionierung ihres Pharmageschäfts strebt die Bayer AG an, die Aufwendungen für die Forschung auf höchstens ein Fünftel des Umsatzes zu senken. Dabei ist offenbar auch ein Arbeitsplatzabbau nicht tabu. "Ein Forschungsaufwand von 20 Prozent ist dabei die obere Grenze für ein Geschäft in der Größenordnung wie unseres", verlautete aus der Umgebung des Vorstands des Teilkonzerns Bayer Healthcare gestern.

abo HB DÜSSELDORF. Branchenbeobachter sind indes uneins, ob das mit 3,5 Milliarden Umsatz gegenüber Firmen wie Pfizer und Novartis kleine Bayer-Geschäftsfeld Pharma die Forschungskosten schnell reduzieren kann. "Um die Lücke in der Pipeline zu schließen, müsste Bayer eher überdurchschnittlich forschen", sagte ein Analyst. Bayers nächstes Medikament, das Krebsmittel "Raf-Kinase", wird erst 2006 zulassungsreif, "Faktor Xa" gegen Thrombosen 2008.

Zuvor war aus Konzernkreisen verlautet, dass Bayer einen Arbeitsplatzanbbau am Forschungsstandort Wuppertal erwägt. Wie in einer Teilauflage bereits gemeldet, kommen womöglich mehrere hundert Stellen auf den Prüfstand. Bayer kommentierte dies gestern nicht. Ein Sprecher sagte nur, Bayer stehe zur Forschung in Wuppertal .

Am Mittwoch soll die Restrukturierung im Bayer-Wirtschaftsausschuss mit den Betriebsräten diskutiert werden. Am Donnerstag wird Pharma-Chef Wolfgang Plischke in Wuppertal, wo der Konzern mehr als 3 000 Mitarbeiter beschäftigt, über die Entwicklung und Neuausrichtung des Bayer-Pharmageschäfts informieren.

Der Teilkonzern Healthcare steuerte 2003 rund 8,9 Milliarden Euro zu Bayers etwa 28,6 Milliarden Euro Konzernerlösen bei. Nur knapp die Hälfte davon entfiel aber auf die patentgeschützten Medikamente von Bayer Pharma. Nachdem die Suche nach Partnern für Bayer Pharma im Herbst 2003 aufgegeben worden ist, wird das Geschäft nun laut Bayer - Vorstandschef Werner Wenning als "mittelgroßer Anbieter mit Schwerpunkt Europa" geführt.

Das Ziel, die Pharma-Forschungskosten von damals 28 Prozent stark zu senken, hatte Wenning bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Kurz darauf hatte der Bayer-Konzern dann seine Labors in Kyoto geschlossen und die Forschung in Berkeley auf das Biotech-Blutermittel "Kogenate" konzentriert. Davon waren insgesamt 250 Stellen in Japan und den USA betroffen.

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