
DÜSSELDORF. Am Samstag jährt sich das Ereignis, das die Welt von Toyota verändern sollte. Es ist der Tag, als Mark Saylor mit seiner Familie in einem Toyota tödlich verunglückte – angeblich, weil das Auto unkontrolliert beschleunigte.
Seit diesem Tag arbeitet in den USA ein Räderwerk, in dem Politik, Konzerne, Juristen und Medien ineinandergreifen. Ein erster Verdacht, Anschuldigungen, Klagen, Rückrufaktionen, schließlich bestellt der Kongress Konzernchef Akio Toyoda auf Capitol Hill ein. Und als Schlusspointe zeigen zwölf Monate später erste Untersuchungsergebnisse: In vielen Fällen waren nicht die japanischen Autos, sondern die amerikanischen Autofahrer schuld an den Unfällen, die laut der Verkehrsbehörde NHTSA zu 89 Toten geführt haben könnten.
Der Fall Toyota ist für Lars Siebert ein deutlicher Wendepunkt in den transatlantischen Beziehungen. „Vielen Unternehmen ist in dem Jahr seit dem ersten Unfall klargeworden, auf welche Risiken sie sich in den USA einlassen“, sagt der Jurist aus der Kanzlei Büsing Müffelmann & Theye. „Der Beratungsbedarf der Unternehmen ist massiv gestiegen – und gerade viele Mittelständler nehmen von der Idee Abstand, in den USA zu investieren oder auch nur dorthin zu exportieren.“
Produkthaftungsklagen, Patentverletzungen, Korruptionsverfahren – und immer die Pflicht, alle Beweise offenzulegen: Anwälte und Berater bestätigen, wozu deutsche Firmen noch betroffen schweigen: Die USA haben sich zum neuen Hochrisiko-Standort entwickelt.
Auch VW hat Angst vor Haftungsrisiken
Den Chancen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten stehen, dank ausufernder Regularien, immer höhere Kosten gegenüber. Beispiel Korruptionsverfahren: „Es ist nicht nur überaus kompliziert geworden, all die Regeln einzuhalten, sondern auch extrem teuer“, sagt Michael J. Hershman, Sicherheitsberater und früherer Compliance-Beauftragter von Siemens.
Beispiel Produkthaftung: Der VW-Konzern hat das in weiten Teilen der Welt längst eingeführte Sicherheitssystem „Park Assist“ noch immer nicht auf den US-Markt gebracht – aus Angst vor hohen Haftungsrisiken, wie der Konzern einräumt.
Beispiel Patentklagen: Seit drei Jahren streitet SAP mit seinem Erzrivalen Oracle um Urheberrechte – und gibt mittlerweile entnervt auf. SAP räumt einen Schaden von einigen Dutzend Millionen Dollar ein, Oracle will eine Milliarde.
Guten Tag,
Koennen Sie mir bitte den Namen und die Email Adresse des Autors des folgenden Artikels vom 28.8 schicken:
Die Riskanten Staaten von Amerika.
Vielen Dank,
Rolf Seichter
115 Chestnut Drive
Gilford, NH
03249, USA
An sich sind die gesetzlichen bestimmungen in den USA nicht sonderlich anders als in Deutschland. Nur hat sich die Welt auf ein "wild west" image eingespielt, dass im Wirtschaftsleben der USA nie bestand.
Die USA ist ein großer wichtiger Weltmarkt. Ein fehlendes Engagement, insbesondere für weltweit tätige Unternehmen, wäre fatal.
Jeder Markt hat seine Regeln. Je besser hier die Vorbereitung und beachtung, desto größer der Erfolg. Vorteil der USA, ist die große technologische Freiheit und wenig staatliche Gängelung.
in Deutschland ist ein Menschenleben oder eine Schwerverletztheit dagegen sehr preiswert für den Schadensverursacher. Es wird i.d.R. über Versicherungen abgewickelt und die Entschädigungssummen sind gering. ist das so richtig ?
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