Unternehmen trennt sich von Randbereichen – Rückkehr in die Gewinnzone: Glaskonzern Schott investiert in die Zukunftsmärkte Asiens

Unternehmen trennt sich von Randbereichen – Rückkehr in die Gewinnzone
Glaskonzern Schott investiert in die Zukunftsmärkte Asiens

Der Glashersteller Schott AG baut seine Präsenz in Fernost stark aus. „Wir werden in Asien in neue Fertigungen investieren und den Vertrieb gezielt stärken“, sagte der Vorstandsvorsitzende Udo Ungeheuer auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

gil FRANKFURT. Derzeit verfügt der Konzern in der Region über sechs Produktionsstandorte, beschäftigt 1 700 Personen und erzielt 16 Prozent des Weltumsatzes. Bis zum Jahr 2007 soll der Anteil auf 20 Prozent steigen und sich die Zahl der dort Beschäftigten auf 3 000 erhöhen. Eine immer größere Anzahl der Kunden produziere in Asien, die Absatzbasis in Westeuropa dagegen schwinde, sagte Schott-Chef Ungeheuer. Schwerpunkte der Asienstrategie werden die Märkte Japan, Korea, China und Taiwan sein.

So steuert der Glaskonzern künftig das weltweite Geschäft der drei Geschäftseinheiten Geräteoptik, Glas für Flachbildschirme und Verkapselung von Elektronikteilen aus Asien. Im April eröffnet Schott in Singapur ein Werk für opto-elektronische Bauteile, in das der Konzern 15 Mill. Euro investiert hat.

Die Expansion in Asien bedeutet laut Ungeheuer aber nicht die Vernachlässigung des Standortes Deutschland. Im Ende September abschließenden Geschäftsjahr 2004/05 will Schott 220 Mill. Euro investieren, davon 140 Mill. in Deutschland. Das Stammwerk Mainz will Schott für rund 100 Mill. Euro zum Kompetenzzentrum für Glaskeramik ausbauen. Die Fertigungskapazitäten für Glaskeramik-Kochflächen und Kaminsichtscheiben werden erweitert.

Dafür zieht sich der Konzern immer mehr aus Randbereichen zurück. So hat Schott Ende November die Fernsehglasfertigung in Mainz beendet. Die Produktion von Hauswirtschaftsglas (Jenaer Glas) soll Ende des Jahres auslaufen. Der Bereich Laborglas mit einem Umsatz von 90 Mill. Euro und 730 Beschäftigten an drei Standorten wird an den Münchener Finanzinvestor Adcuram verkauft. Die Verträge sollen nach Aussage von Ungeheuer in diesem Monat unterzeichnet werden. Schott sieht in diesem noch rentablen Bereich keine Zukunft mehr, obwohl der Konzern noch einen Weltmarktanteil von 70 Prozent hält. Früher seien es einmal 95 Prozent gewesen, die Margen würden aber ständig schrumpfen. In den USA hat Schott ein Werk für Pharmaröhren geschlossen und nach Brasilien verlagert. Die Fertigung von Faseroptik hat Schott von Großbritannien nach Tschechien verlagert.

Der Konzern, der seit einem Jahr nicht mehr als Stiftungsunternehmen, sondern wie das Schwesterunternehmen Zeiss als eigenständige Aktiengesellschaft agiert, will sich auf die Kernbereiche Haustechnik (Ceran-Kochflächen), Spezialröhren und Pharmaverpackung sowie Komponenten für die Autoindustrie konzentrieren. Daneben will Schott aber auch die Zukunftsmärkte Solarenergie und Dünnglas für Flachbildschirme ausbauen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2004/05 plant Schott einen Umsatz von rund zwei Mrd. Euro, was abzüglich der Verkäufe ein Plus von fünf Prozent bedeuten würde und eine deutliche Verbesserung der Ertragskraft. Von Oktober 2004 bis Januar 2005 habe das operative Ergebnis mit 45 Mill. Euro deutlich über Plan gelegen. Im Geschäftsjahr 2003/04 hatte Schott den Umsatz um vier Prozent auf zwei Mrd. Euro gesteigert und einen Jahresüberschuss von 16 Mill. Euro ausgewiesen nach einem Verlust von 75 Mill. Euro im Vorjahr.

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