Unternehmen war im Irak vor allem mit Wiederaufbau der Ölindustrie und Versorgung der US-Truppen betraut: Druck auf Halliburton wächst

Unternehmen war im Irak vor allem mit Wiederaufbau der Ölindustrie und Versorgung der US-Truppen betraut
Druck auf Halliburton wächst

Die Irak-Geschäfte des Energiekonzerns Halliburton beschäftigen die US-Behörden zunehmend. Nach ersten Untersuchungen sieht das Pentagon einem Zeitungsbericht zufolge nun Grund zur Klage und hat deshalb das Justizministerium gebeten, sich des Falls anzunehmen.

aug/wsj NEW YORK. Dieser Schritt sei „äußerst bedeutsam“, die Ermittlung bekomme nun mehr Gewicht, zitiert das „Wall Street Journal“ einen Militär-Funktionär. Halliburton steht unter Verdacht, überzogene Preise für die Öllieferungen in den Irak verlangt und sich somit unrechtmäßig bereichert zu haben. Weder das Pentagon noch Halliburton wollten zu dem Bericht offiziell Stellung nehmen.

Das Justizministerium hat – anders als die Zivilfahnder im Pentagon – die Möglichkeit, Halliburton wegen Betrug anzuklagen und Strafzahlungen zu fordern. Eine Führungsperson im Justizministerium bestätigte, dass seine Behörde sich erwartungsgemäß den Ermittlungen anschließen werde. Halliburton-Sprecherin Wendy Hall wollte sich nicht dazu äußern, ob der Konzern vom Justizministerium benachrichtigt wurde.

Halliburton war im Irak vor allem mit dem Wiederaufbau der Ölindustrie und der Versorgung der US-Truppen betraut. Einem Pentagon-Bericht zufolge hatte der Energieversorger beim Verkauf von Treibstoff aus Kuwait im Wert von 1,2 Mrd. $ bis zu 61 Mill. $ zu viel verlangt. Ende Januar kündigte das Pentagon deshalb den Vertrag.

Der Skandal um das Irak-Geschäft entwickelt sich mittlerweile zu einem ernsthaften wirtschaftlichen Problem für Halliburton. Der texanische Ölriese warnte Anfang der Woche, fehlende Zahlungen des Pentagon würden die Liquidität des Gesamtkonzerns „grundlegend und nachteilig“ beeinflussen. Die Aufnahme einer neuen Milliardenanleihe könnte somit notwendig werden. Gleichzeitig ging dem Konzern ein lukrativer Vertrag im Nordirak durch die Lappen.

Halliburton war vor allem über seine Tochterfirma Kellog, Brown & Root bisher der mit Abstand größte Dienstleister in Irak. Die Aufträge in Irak trugen im Vorjahr 15 % zum Gesamtumsatzes des Konzerns bei. Kritiker beschwerten sich, dass der Großteil der Aufträge ohne Ausschreibung an Halliburton ergangen ist. Weil Vizepräsident Dick Cheney früher Vorstandschef von Halliburton war, wurde in den USA sofort der Vorwurf der Vetternwirtschaft laut.

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