Unternehmen wehrt sich
GPC Biotech vor den Kadi gezerrt

GPC Biotech wird in den USA verklagt. Dem Biotechnologieunternehmen drohen Fall Schadenersatzforderungen wegen angeblicher Falschaussagen zu dem Krebsmittel Satraplatin. Die Martinsrieder halten die Anschuldigungen für haltlos und wollen sich „energisch“ verteidigen.

HB NEW YORK/MARTINSRIED. Eine Sammelklage gegen das Unternehmen sei bei einem Bezirksgericht in New York eingereicht worden, hieß es in einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten Mitteilung der Kanzlei Abbey Spanier Rodd & Abrams, LLP. Die Kläger werfen GPC Biotech vor, eine Reihe von falschen Daten über Satraplatin veröffentlicht und so den Aktienkurs aufgebläht zu haben. Der Kurs der GPC-Aktie stürzte derweil am Freitag weiter ab.

GPC Biotech habe gewusst, dass es beträchtliche Risiken gebe, dass die US-Behörde FDA das Mittel nicht zulassen werde, hieß es in der Mitteilung. Für die erlittenen Verluste durch den Kurssturz der Aktie nach Bekanntwerden der Probleme mit Satraplatin wollen die Kläger Schadenersatz.

Das deutsche Biotechnologie-Unternehmen wies die in der Klage enthaltenen Vorwürfe am Freitag zurück. „GPC Biotech ist der Ansicht, dass diese Anschuldigungen haltlos sind, und wird sich energisch gegen sie verteidigen“, hieß es in der Mitteilung.

Die Klage sei im Namen aller Personen erhoben worden, die im Zeitraum zwischen 5. Dezember 2005 und 24. Juli 2007 Aktien von GPC Biotech erworben hätten. Vorstandschef Bernd Seizinger sowie Martine George und Marcel Rozencweig werden den Angaben zufolge namentlich beschuldigt.

GPC Biotech hatte in der Nacht zum Mittwoch mitgeteilt, dass ein Expertenausschuss der Food and Drug Administration (FDA) einstimmig empfohlen habe, zunächst die Analyse der endgültigen Überlebensdaten aus einer Studie abzuwarten. Erst danach solle entschieden werden, ob Satraplatin zur Chemotherapie von Patienten mit hormonresistentem Prostatakrebs zugelassen werde. Die im TecDax notierte Aktie befindet sich seitdem im freien Fall. Seit vergangenen Freitag, als erstmals Zweifel an der Wirksamkeit von Satraplatin die Börse verunsichert hatten, büßte die Aktie rund 68 Prozent an Wert ein. Am Freitagn notierten die Papiere zeitweise um fast 14 Prozent im Minus bei unter 7,80 Euro. Zum Börsenschluss wies der Kurs bei 8,20 Euro ein Minus von 9,39 Prozent auf.

GPC Biotech hatte ursprünglich die Hoffnung geäußert, bereits im August die US-Zulassung für das Mittel zu erhalten. Das defizitäre Unternehmen aus Martinsried bei München hat bislang noch kein Medikament am Markt und erhofft sich mit Satraplatin, das in den USA unter dem Markennamen Orplatna zugelassen werden soll, einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als 500 Mill. Dollar.

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