Unternehmen wie Lukoil können Rückgang der Ölförderung durch Yukos-Krise mehr als ausgleichen
Russlands Ölindustrie steigert Produktion

Russlands größter Ölkonzern Lukoil macht sich schön für die Privatisierung des letzten Staatsanteils: Das Unternehmen konnte im ersten Halbjahr 2004 seine Rohölförderung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,9 Prozent auf 42,31 Millionen Tonnen erhöhen.

mbr MOSKAU. Auch die Erdölexporte legten um 21 Prozent zu – Lukoil führt inzwischen gut die Hälfte seiner Fördermenge aus. Da die Ölpreise auf dem Binnenmarkt deutlich unter den Weltmarktpreisen liegen, bringt das dem Konzern Geld in die Kassen, obwohl der Staat in Form von Ausfuhrabgaben immer mehr Exporterlöse abschöpft.

Ölförderer wie Lukoil und das russisch-britische Joint Venture TNK-BP müssen mit ihrer Produktion auch die Lücke füllen, die sich durch die immer größer werdende Krise beim schwer angeschlagenen Rivalen Yukos öffnet. Denn der russische Präsident Wladimir Putin hat den Europäern versprochen, dass sein Land künftig deutlich mehr Öl produziert, um die hohen Weltmarktpreise zu drücken.

Yukos – der zweitgrößte Ölkonzern des Landes – kann aber in diesem Jahr nach eigenen Angaben nicht einmal die versprochenen 90 Millionen Tonnen Erdöl fördern. Die Produktion sinke auf 86 Millionen Tonne, kündigte das Unternehmen an. Als Grund nennt das Management die stetig größer werdenden Beschränkungen durch den Staat, der Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe fordert.

Yukos hätte bis zum Sonnabend zusätzlich zu den umgerechnet 2,8 Mrd. Euro Nachforderungen für 2000 noch 3,4 Mrd. Euro für 2001 zahlen müssen. Schon den ersten Betrag hatte das Unternehmen nur zur Hälfte begleichen können. Daraufhin hatten die Behörden in der vergangenen Woche auch alle Gelder der Fördertöchter von Yukos eingefroren, nachdem sie zuvor schon die Konten der Holding gesperrt und den Verkauf von Vermögenswerten untersagt hatten.

„Die Produktion ist paralysiert“, hieß es nun in einer Erklärung des Konzerns. „Alle Konten unserer Töchter sind blockiert. Sie können ihre Rechnungen nicht mehr begleichen, haben weder Geld für Löhne noch für Steuern oder die Aufrechterhaltung der laufenden Tätigkeit.“ Für die Yukos-Tochter Yugankneftegaz ermittelt die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein derzeit einen Preis, zu dem die Regierung die mit 60 Prozent der Produktion größte Fördertochter des Konzerns zum Verkauf anbieten will.

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