Unternehmen will höhere Dividende zahlen
Eon kündigt weitere Zukäufe an

Der Energiekonzern Eon hat vor allem durch die Einbeziehung seiner neuen Tochter Ruhrgas seinen Betriebsgewinn im ersten Halbjahr 2003 deutlich verbessert. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen von Analysten aber nur leicht. Für die nächsten Jahre kündigte Eon weitere Zukäufe an.

Reuters DÜSSELDORF. Der Betriebsgewinn stieg um 19 Prozent auf 2,68 Mrd. €, teilte Eon am Donnerstag in Düsseldorf mit. Von Reuters befragte Branchenexperten hatten einen Betriebsgewinn von 2,53 Mrd. € vorausgesagt. Die Aktien stiegen gegen den Trend um mehr als zwei Prozent auf 46,27 €.

Der Konzernüberschuss fiel im Halbjahr mit 2,75 Mrd. € indes 19 Prozent niedriger aus als vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr rechnet Eon wegen erwarteter hoher Erlöse aus Desinvestitionen allerdings mit einer Steigerung des Überschusses. Das Betriebsergebnis des Konzerns soll der jüngsten Prognose zufolge 2003 das Vorjahresergebnis übertreffen.

Eon kündigte zudem an, 36,3 Prozent an dem schwedischen Versorger Graninge für 530 Mill. € zu übernehmen. Damit erhöhe sich der Eon-Anteil an Graninge auf 72,6 Prozent.

Im Rahmen seiner neuen Konzernstrategie will Eon bis 2005 zwischen 26 und 28 Mrd. € investieren. Bis 2006 hat sich Deutschlands größter Energiekonzern darüber hinaus zum Ziel gesetzt, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um zwei Mrd. € auf 6,7 Mrd. € zu steigern. Dazu dürften Ruhrgas und die britische Tochter Powergen etwa eine Mrd. € beitragen. Bis 2006 will Eon seine Dividende im Durchschnitt um einen zweistelligen Prozentbetrag steigern.

Fokus liegt auf Europa

Nach einem abgeschlossenen Umbau des Konzerns stehe bei Eon jetzt die Verbesserung der Rentabilität durch Effizienzsteigerung und gezielte Akquisitionen im Vordergrund. Im Mittelpunkt der unter dem Namen „On-Top“ erarbeiteten neuen Konzernstrategie stehe der Ausbau der Wettbewerbspositionen in den europäischen Märkten. Hier liege auch der Schwerpunkt der geplanten Investitionen von bis zu 28 Mrd. € bis 2005.

Im Rahmen der neuen Strategie bekräftigte Eon, die Geschäfte der Tochter Thüga künftig von der neuen Gastochter Ruhrgas führen zu wollen.

Durch die Übernahme des 36,3-prozentigen Anteils der französischen EdF kommt Eon in den Besitz der Mehrheit an dem viertgrößten schwedischen Versorger Graninge. Graninge beliefert rund 285 000 Kunden mit jährlich gut sieben Milliarden Kilowattstunden Strom. „Der Mehrheitserwerb an Graninge stärkt nachhaltig unsere strategische Position im Zielmarkt Skandinavien und ist damit ein konkreter Schritt zur Umsetzung der neuen Strategie, sagte Konzern-Chef Wulf Bernotat bei seinem ersten öffentlichen Auftritt vor der Presse in Düsseldorf. Der Erwerb von Graninge müsse noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%