Unternehmen will nur geringe Rabatte in den USA gewähren
BMW sieht weiter gute Wachtumschancen

Der Münchener Automobilkonzern BMW sieht für sich auch auf längere Sicht erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. An seinem neuen Werk in Leipzig will BMW trotz der jüngsten Produktionsausfälle in Folge des Streiks in der ostdeutschen Metallindustrie ohne jede Einschränkung festhalten.

Reuters BERLIN. BMW wolle bis 2008 ein Absatzvolumen von etwa 1,4 Millionen Fahrzeugen erreichen nach knapp 1,06 Millionen im Jahr 2002, bekräftigte Firmenchef Helmut Panke am Montag in Berlin. Speziell beim Mini übersteige die weltweite Nachfrage derzeit die Produktionskapazitäten. Wie geplant werde BMW bei seinen drei Marken - BWM, Mini und Rolls Royce - im Jahr 2003 über den Absatzzahlen des Vorjahres liegen. Panke kündigte an, der Münchener Konzern werde die Analysten bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal 2003 kaum überraschen.

Die BMW-Aktie notierte am Nachmittag mit 34,03 Euro um 0,9 Prozent im Minus, während der Deutsche Aktienindex Dax um 0,2 Prozent fester tendierte.

„Wir stehen zu dieser Entscheidung“, sagte Panke mit Blick auf das derzeit entstehende BMW-Werk in Leipzig. Schon jetzt seien dort 1065 Mitarbeiter eingestellt, bis zum Beginn der Serienfertigung 2005 sollten in Leipzig 5500 Personen beschäftigt werden. Auch wenn für das Werk ein Kostennachteil gegenüber Konkurrenzstandorten errechnet worden sei, halte BMW an dem Vorhaben fest. Allerdings habe man den Streik der IG Metall Ende Juni als gegen BMW gerichtet empfunden und deshalb die ursprüngliche Zielsetzungen in Leipzig in Frage gestellt. Inzwischen sei aber „zum Glück wieder ein Weg zurück“ zum Flächentarif und zu einem gemeinsamen Verständnis eingeschlagen worden, sagte Panke.

Durch den Streik beim ostdeutschen Zulieferer ZF hatte der Münchener Autobauer rund 11.000 Fahrzeuge nicht herstellen können. Panke zufolge ist BMW derzeit dabei, die Produktionseinbußen aufzuholen. Neben dem Streik haben BMW im ersten Halbjahr auch die hohen Kosten für die Einführung neuer Baureihen und der Modellwechsel beim 5er zu schaffen gemacht. In den ersten sechs Monaten 2003 verbuchte der Konzern in der Kernmarke einen Absatzrückgang von fünf Prozent. Bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag erwarten 25 von Reuters befragte Analysten im Durchschnitt einen Gewinnrückgang vor Steuern um 17 Prozent und einen Umsatzrückgang von 3,8 Prozent.

Weiter zurüchaltend bei Preisnachlässen

„Es tut sich was“, sagte Panke im „Club Berliner Wirtschaftsjournalisten“ mit Blick auf die Modellpolitik bei BMW. Es sei davon auszugehen, „dass das, was wir am Donnerstag kommunizieren werden, bei den Analysten nicht auf Überraschung treffen wird“, ergänzte er. Gegen Wechselkursrisiken habe sich BMW für 2003 praktisch komplett abgesichert. Auch für die nächsten beiden Jahre könnten Belastungen durch einen weiter hohen Euro den Konzern nur begrenzt treffen.

Bei Rabatten will sich BMW nach Darstellung von Panke auch auf dem wichtigen US-Markt weiter zurückhalten. Sie sollen nur für Auslaufmodelle gewährt werden. Mit Blick auf entsprechende Spekulationen versicherte Panke zudem, im US-Werk Spartenburg habe BMW noch Ausbaumöglichkeiten. Daher gebe es bei BMW keine Planungen für einen neuen Produktionsstandorte.

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