Unternehmens-Strategie Bayer nimmt Asien ins Visier

Der Pharmakonzern Bayer hat ehrgeizige Pläne: Bis 2015 will das Unternehmen den Umsatz in Asien um mehr als 60 Prozent steigern. Vor allem in China wächst der Konzern mit Riesenschritten. Auch Japan hat Bayer im Visier.
Update: 16.11.2011 - 09:55 Uhr 4 Kommentare
Der Bayer-Standort Shanghai ist die größte Auslandsinvestition und der wichtigste Produktionsstandort des Bereichs Material Science im asiatisch-pazifischen Raum

Der Bayer-Standort Shanghai ist die größte Auslandsinvestition und der wichtigste Produktionsstandort des Bereichs Material Science im asiatisch-pazifischen Raum

ShanghaiRund 130 Jahre ist es her, dass der Chemie- und Pharma-Konzern zum ersten Mal seine Farben nach China auslieferte. Heute ist China der drittgrößte Markt für Bayer nach den USA und Deutschland und spielt bei den weiteren Wachstumsplänen des Konzerns in Asien eine zentrale Rolle. Denn Bayer will seine Position in Asien deutlich ausbauen und den Umsatz in der Region bis 2015 um mehr als 60 Prozent auf dann etwa elf Milliarden Euro steigern. Das kündigte Konzernchef Marijn Dekkers gestern in Shanghai an.

Bayer erwirtschaftet mit 6,9 Milliarden Euro aktuell rund 20 Prozent seines Umsatz in Asien. 2,9 Milliarden Euro entfallen dabei auf die Region Greater China, zu der neben China, Taiwan und Hongkong gehören. Hier will Bayer den Umsatz bis 2015 auf rund sechs Milliarden Dollar erhöhen.

Um die Ziele zu erreichen, will Bayer kräftig investieren. In den vergangenen zehn Jahren hat der Konzern bereits rund 3,4 Milliarden Euro in Produktionsanlagen gesteckt, darunter eine große Produktionsstätte der Kunststoffsparte Bayer Material Science (BMS) in Shanghai. Gestern wurde an diesem Standort eine neue Anlage zur Produktion von weichen Schaumstoffen, wie sie in Matratzen und Polstern verwendet werden, eröffnet.

Weitere Kapazitätserweiterungen sind in Shanghai geplant, darunter auch für den Kunststoff Polycarbonat. Da derzeit rund 40 Prozent der weltweiten Polycarbonat-Nachfrage aus dem Bereich Greater China kommen, hat Bayer den Hauptsitz dieser Sparte in diesem Jahr ins Reich der Mitte verlegt. 

BASF investiert auch Milliarden
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4 Kommentare zu "Unternehmens-Strategie: Bayer plant Offensive in Asien"

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  • Das kann man schlicht und einfach auch nicht verleugnen. Aber ein Konzern ist doch auch nicht dämlich und investiert bei horrend steigenden Energiepreise, auf die die Chemie nun mal angewiesen ist. Das hätte man auch vor dem Atomausstieg mal bedenken können. Aber rein politisch werden diese Anlagen in Deutschland nicht mehr gewünscht von der Bevölkerung. Da ist der Schritt doch nur folgerichtig. Und mir als Investor ist doch egal wo die Rendite dann herkommt. Hier meinen doch inzwischen alle, man könnte nur noch von Industrie im Sinne von Erneuerbaren Energien leben. Aber das hat sich diese Woche ja auch als totale Fehleinschätzung bei Q-Cells und Solarworld gezeigt. Meine Rückendeckung hat der Vorstand.

  • Aus unterneherischer Sicht ist der Schritt nachvollziehbar. Warum sollte ein Unternehmen auch Investitionen tätigen und neue Stellen erschaffen in Märkten, in denen kaum Wachstum zu erwarten ist ? Das Bayer vor Ort in Asien präsent sein sollte, erhöht die Absatzfähigkeit der Produkte enorm. Die Investitonsaufstockung ist nachvollziehbar und sichert zumindestens auch die bestehenden Arbeitsplätze im Rheinland. Ich denke nicht, dass es sich hierbei um perversen globalisierten Kapitalismus handelt, sondern um nachhaltige Unternehmensentwicklung. Wäre Bayer weiterhin als nationaler Chemiekonzern weitergeführt worden und hätte nicht im Ausland expandiert, würden sicherlich weitaus weniger Mitarbeiter jetzt in Deutschland beschäftigt.

  • Es wird schon seine Gründe haben, dass die hier abhauen. Den Gutmenschen sei Dank!

  • Die Bayer AG kenne ich noch aus früheren Zeiten als das Vorzeige-Unternehmen im Rheinland. Vor ca. 30 Jahren waren allein im Werk Leverkusen über 30.000 Menschen beschäftigt, heute sind es wahrscheinlich noch nicht einmal die Hälfte. Trotz saftiger Dividenden und steigende Bilanzgewinne in jedem Jahr finde ich es ein Armutszeugnis dass in Deutschland Stellen abgebaut werden. Das zeigt, dass wir in einem perversen globalisierten Kapitalismus leben.

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