Unternehmensinsolvenzen
Krise treibt europäische Firmen in die Pleite

Besonders in Südeuropa müssen Unternehmen unter dem Druck der Wirtschaftskrise nachgeben – die Zahl der Insolvenzen steigt. Doch es gibt auch positive Entwicklungen.
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BerlinDie Wirtschaftskrise in Europa treibt immer mehr Firmen in die Pleite. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im vergangenen Jahr allein in Westeuropa gegenüber 2011 um 2,6 Prozent, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Montag mitteilte. Am stärksten betroffen war Portugal, wo es binnen Jahresfrist bis zu 41,6 Prozent mehr Insolvenzen gab. In Spanien waren es 32 Prozent und in Italien 13,5 Prozent mehr Pleiten als im Jahr davor. Irland wies hingegen einen vergleichsweise mäßigen Zuwachs von 2,8 Prozent auf. Mit den Niederlanden meldet auch ein Kernland der Euro-Zone eine weit überdurchschnittlich hohe Zunahme von Pleiten: In dem von einer Rezession gebeutelten Land stieg die Zahl der Insolvenzen um knapp ein Fünftel.

Doch es gibt auch positive Entwicklungen: Neben Deutschland mit rund fünf Prozent weniger Insolvenzen 2012 zeigten auch Frankreich (minus 2,4 Prozent) und Großbritannien (minus 3,9 Prozent) eine stärkere Stabilität der Unternehmen. Einen Lichtblick bot auch Griechenland: Dort war die Insolvenz-Zahl sogar um 6,7 Prozent rückläufig: Die Zahl der insolventen Betriebe fiel auf 415. Diese Fälle spiegeln jedoch nur einen Bruchteil der Liquidationen wider. So wurden nach Angaben der Deutschen Außenhandelskammer in Athen 2012 insgesamt 69.000 Handelsunternehmen geschlossen. „Das Insolvenzrecht ist in Griechenland vielfach nicht in der Lage, eine geregelte Liquidation von Unternehmen in die Wege zu leiten”, so ein Sprecher von Creditreform.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Unternehmensinsolvenzen: Krise treibt europäische Firmen in die Pleite"

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  • Krise? Ein großer Erfolg der Politiker, Banker und Manager. Sie dürfen mit Billigung der Politiker Existenzen vernichten und erhalten dafür noch Boni. Zahlen soll nur noch der Normalbürger. Wann ist hier das Ende der Belastungen erreicht?

  • "Besonders in Südeuropa müssen Unternehmen unter dem Druck der Wirtschaftskrise nachgeben – die Zahl der Insolvenzen steigt."
    Das ist ja nun nicht überraschend, denn die Südländer sind mit dem Euro (ohne Abwertungsmöglichkeit) nicht wettbewerbsfähig. Und auch der Zusammenhang zur Rekord-Arbeitslosigkeit ist offensichtlich. Und genau deshalb fordert die AfD, dass die südeuropäischen Staaten aus dem Euro austreten sollten, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Ist denn das so schwer zu verstehen?

  • Sorry für diesen Offtopic-Kommentar, aber das HB ist mal wieder unglaublich.Der folgende AfD-Artikel ist ohne Kommentartab:

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/alternative-fuer-deutschland-afd-will-mehr-als-die-anti-euro-partei-sein/8497846.html

    Offenbar darf man der dortigen Behauptung nicht widersprechen, daß die AfD nicht unter den offizielle 5% liegt und auf das alternative "Wahl-o-meter" verweisen.
    http://wahl-o-meter.com/Willkommen.html

    Es wird damit IMMER KLARER, daß die AfD ÜBER 5% liegt und hier gelogen wird, wie gedruckt, um Wähler zu manipulieren.

    Liebe HB-Red-Aktion, das ist "unter aller SAU" - so offen Euch selbst vorzuführen ist noch nicht einmal besonders klug.
    Eigentlich wäre hier ein "Shitstorm" fällig!

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