Unternehmenskrise
Ex-Puma-Chef Zeitz kämpft um sein Lebenswerk

Bei Puma läuft es nicht mehr rund. Der Gewinn schrumpft, innovative Produkte fehlen. Aus dem Hintergrund erhöht der langjährige Firmenchef Zeitz darum den Druck auf seinen Nachfolger.
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HerzogenaurachJochen Zeitz ist "Mister Puma", er hat die Marke mit der springenden Raubkatze vom Sanierungsfall zu einem der wachstumsstärksten und profitabelsten Sportartikel-Hersteller der Welt gemacht. Doch seit etwa fünf Jahren läuft es nicht mehr rund. Innovative Produkte fehlen, der Umsatz steigt zwar, doch auf Kosten des Gewinns. Die Puma-Zahlen sind zuletzt so schlecht gewesen, vor allem in Europa, dass der jetzige Verwaltungsratschef sogar öffentlich Druck auf den von ihm selbst ausgesuchten Nachfolger Franz Koch ausübte - ein in Deutschland sehr ungewöhnlicher Vorgang.

In der Firmenzentrale in Herzogenaurach heißt es hinter vorgehaltener Hand, Zeitz versuche sich von Koch abzugrenzen und so sein Lebenswerk zu retten. Branchenexperten betonen, dass Koch unter der Aufsicht von Zeitz nicht so frei agieren kann, wie es nötig wäre, um die Trendwende zu schaffen.

"Für Zeitz ging es fast 20 Jahre bei Puma immer nur steil nach oben", sagt eine Person aus seinem Umfeld. Er sei Manager des Jahres geworden, trage das Bundesverdienstkreuz und sei über Jahre einer der bestbezahlten Firmenchefs des Landes gewesen. Die Kritik am Unternehmen und auch seiner Person nach der jüngsten Gewinnwarnung sei er nicht gewöhnt. Er wolle zu seinem Abschied von Puma - der 49-Jährige will sein Aufsichtsratsmandat bald niederlegen und sich dann nur noch um sein Lieblingsthema Nachhaltigkeit kümmern - nicht mehr für die schwachen Zahlen in Verantwortung genommen werden.

Also ist er in die Offensive gegangen. "Wir alle können mit Pumas Entwicklung in diesem Jahr nicht zufrieden sein", erhöhte er in einem Interview mit dem "Manager-Magazin" den Druck auf Koch, der nach den 18 Jahren von Zeitz an der Firmenspitze seit Mitte 2011 im Amt ist. Zusammen mit dem französischen Luxusgüterkonzern und Puma-Großaktionär PPR sei er sich einig, dass Koch nun dringend handeln müsse, um wieder bessere Ergebnisse zu erzielen.

Einen solch öffentlichen Rüffel gibt es in deutschen Konzernen nicht oft. Im Zeitz-Umfeld wird der Vorgang heruntergespielt. Zeitz wolle sich nicht aus der Verantwortung stehlen, er habe zum Ende seiner Amtszeit zusammen mit Koch, dem damaligen Strategiechef, schon Veränderungen eingeleitet.

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Koch kann nicht wie er will

Kommentare zu " Unternehmenskrise: Ex-Puma-Chef Zeitz kämpft um sein Lebenswerk"

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  • So ist das, wenn man sich aus der Hand gibt!
    Die Franzosen werden sich schon melden.
    Schaub-Lorenz, Krups, Hoechst, EADS ...Alles geht seinen Gang!

  • Provokativ gefragt: Warum? Machen doch alle anderen auch... Von indischen Kindern genäht, von deutschen Arzt- und Juristen-Söhnen gekauft.

  • Bei dieser Qualität ist der Niedergang von Puma vorprogrammiert. Ich habe Puma Arbeitsschuhe für nahezu 100€ gekauft. Am ersten Tag hing bereits die Sohle nach unten weg. Preise von Europa mit minderwertiger Qualität aus Asien? Dies sollte eigentlich eine wenig intelligente Person wissen, daß dies nicht funktioniert.

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