Unternehmenskrise überwunden
Roto Frank profitiert von Erholung der Baukonjunktur

Roto Frank hat die Unternehmenskrise Anfang des Jahrzehnts überwunden. Jetzt profitiert der Weltmarktführer bei Fenster- und Türbeschlägen vom anziehenden Baugeschäft im Inland und dem anhaltenden Boom in Osteuropa. Und auch in den USA sieht das Familienunternehmen noch viel Potenzial.

mwb STUTTGART. „Wir sind 2007 excellent gestartet“, sagt Vorstandschef Eckhard Keill dem Handelsblatt. In den ersten drei Monaten legte das Unternehmen beim Umsatz um 33 Prozent auf 145 Mill. Euro zu und erwartet in diesem Jahr erstmals einen Erlös von mehr als 700 Mill. Euro. Die Umsatzexplosion im ersten Quartal bei Roto könne aber nicht einfach auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, warnte Keill.

Schon 2006 profitierte Roto Frank vom Ende der jahrelangen Baukrise in Deutschland mit einem unerwarteten Umsatzsprung von 17,4 Prozent auf 600 Mill. Euro. Zwei Drittel des Umsatzes erzielt das vollständig in Familienbesitz befindliche Unternehmen im Ausland. Das Wachstum verteilt sich gleichmäßig auf das In- und Ausland. Die dynamischste Entwicklung meldet Keill für Osteuropa: „Je östlicher die Region, desto höher das Wachstum.“

Der von der Zentrale in Leinfelden-Echterdingen gesteuerte Konzern gliedert sich in die beiden Bereiche Baubeschlagtechnik und Bauelemente. Beide erzielten eine identische Wachstumsrate. Roto Frank ist der Erfinder der Dreh-Kippbeschläge, die das Kippen und Öffnen von Fenstern mit nur einem Griff ermöglichen, und gilt bei Beschlägen als Marktführer.

Zu den Bauelementen zählen vor allem Wohndachfenster. Hier sind die Schwaben hinter dem dänischen Velux-Konzern die Nummer zwei, bei weltweit nur noch rund 20 Herstellern. Große Dachfenster gelten unter Experten mit ihren schwierigen Beschlägen und Öffnungsmechanismen als technisch anspruchsvoller als normale Wohnfenster. Darüber hinaus baut Roto Frank auch noch Bodentreppen sowie Solarthermie- und Photovoltaiksysteme.

Mittel- und langfristig geht Keill von einer konstant wachsenden Internationalisierung aus. Das resultiere schon aus der Tatsache, dass man in einzelnen Märkten wie den USA „noch viel Potenzial habe“. Deshalb denke Roto bei Bedarf auch generell über sinnvolle Akquisitionen nach. Priorität bei dem größten Investitionsprogramm in der Unternehmensgeschichte mit insgesamt 80 Mill. Euro hat neben der Erneuerung des Maschinenparks in Deutschland das neue Beschläge-Werk in Russland, nahe Moskau, das 2008 fertig gestellt sein soll.

Exakte Ertragszahlen nannte das von Fremdmanagern geführte Familienunternehmen nicht. Der Gewinn sei aber zufrieden stellend. Probleme gebe es nach wie vor durch die sich auf unverändert extrem hohen Niveau bewegenden Rohstoff- und Energiekosten. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich in den zwölf Produktionsstätten 2006 weltweit um rund 16 Prozent auf 3 900. Mit derzeit 1 500 Arbeitsplätzen entstanden 150 neue Stellen auch im Inland.

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