Unternehmenskrise
Wulff will Conti von Schaeffler lösen

Bei der Suche nach Investoren für die Schaeffler-Gruppe konnte noch kein Vollzug gemeldet werden. Was staatliche Hilfen betrifft, äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Guttenberg zurückhaltend, fordert klare Konzepte - und der niedersächsische Ministerpräsident Wulff möchte gar Conti vor Schaeffler "retten".

HB FRANKFURT/MAIN. In der Diskussion über staatliche Hilfe für den angeschlagenen Autozulieferer Schaeffler hat Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ein tragfähiges Zukunftskonzept gefordert. Schaeffler-Conti stehe in der Pflicht, ein solches Konzept vorzulegen, sagte der CSU-Politiker laut "Bild am Sonntag". Bislang liege dazu jedoch nichts vor.

"Hier wie bei Opel geht es um Steuergeld, das wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen werden", sagte der Minister der Zeitung zufolge. Zum Argument der Familie Schaeffler, ihr Unternehmen habe eine überragende Bedeutung für die Automobilindustrie, sagte Guttenberg demnach: "Eine überragende Bedeutung sollte es für Investoren reizvoll machen, sich zu engagieren."

Dass die Familie Schaeffler die IG Metall ins Boot geholt hat und mehr Mitbestimmung einführen will, ist laut Guttenberg nicht ausschlaggebend. "Im Mittelpunkt meiner Betrachtung steht das Unternehmen und nicht die Unternehmensführung. Viel wichtiger ist die Frage, ob neue Investoren gewonnen werden können, und wie hoch das Risiko ist, dass etwaige staatliche Bürgschaften fällig werden", wird der CSU-Politiker zitiert.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff dringt unterdessen auf eine Herauslösung der Continental AG aus der angeschlagenen Unternehmensgruppe. "Wir wollen die Conti aus dem Strudel heraushalten", sagte der CDU-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Für ihn sei entscheidend, dem "profitabelsten Reifenhersteller der Welt eine gute Zukunft mit Sitz in Hannover" zu geben. Dies habe er auch gegenüber Guttenberg deutlich gemacht.

Laut dem Magazin "Spiegel" sucht Schaeffler nach einem Nachfolger für Geschäftsführer Jürgen Geißinger. Ein Sprecher der Gruppe kommentierte den Bericht auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AP nicht. Die seit der Conti-Übernahme hoch verschuldete Unternehmensgruppe Schaeffler kämpft um ihr Überleben und hat um staatliche Hilfe gebeten.

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