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Unternehmensstrategie: Audi attackiert BMW auf dem amerikanischen Markt

Audi will in den USA künftig auch Kleinwagen anbieten. Auf lange Sicht soll der A 1 dem erfolgreichen Mini Konkurrenz machen und dazu beitragen, die Konkurrenten BMW und Mercedes bis zum Jahre 2015 auf allen Märkten zu überholen. Derweil geben Audi und VW auch in China Gas.

von Markus Fasse und Mark C. Schneider
Für großes Aufsehen sorgte bereits beim letzten Pariser Autosalon im Herbst 2008 der Audi A 1 Sportback. Quelle: dpa
Für großes Aufsehen sorgte bereits beim letzten Pariser Autosalon im Herbst 2008 der Audi A 1 Sportback. Quelle: dpa

MÜNCHEN/HAMBURG. "Aktuell ist der A 1 nicht für den US-Markt vorgesehen. Wir erwägen dies aber für eine zweite Generation", sagte Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Volkswagens Premiumtochter will ihren neuen Edelkleinwagen A 1 im kommenden Frühsommer zunächst in Europa einführen und damit vor allem dem "Mini" des bayerischen Rivalen BMW Konkurrenz machen. Seitdem der "Mini" auch in den USA erfolgreich ist, hat offenbar auch in Ingolstadt ein Umdenken eingesetzt.

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Mit dem Kampf im Kleinwagensegment wird das Duell zwischen BMW und Audi um eine Facette reicher. Audi hat in den vergangenen Monaten mit dem neuen A 4 unter den Käufern der BMW-Mittelklasse erfolgreich Kunden abgeworben. Ab dem kommenden Jahr wehren sich die Münchener mit der Neuauflage ihrer Standardtypen aus der 3er und 5er-Reihe. Mit dem Mini war BMW bislang konkurrenzlos im Segment der teuren und schicken Kleinwagen. Diesen Vorteil will Audi mit der Einführung des A 1 zunichte machen.

Es ist das erklärte Ziel der Ingolstädter, die Konkurrenten BMW und Mercedes bis zum Jahr 2015 auf allen Märkten zu überholen. Während Audi die Rivalen in China bereits abgehängt hat und in Europa leicht vorn liegt, fährt die VW-Tochter in den USA noch immer deutlich hinterher. Erst in zwei bis drei Jahren soll Audi mehr als 100 000 Autos in Amerika absetzen, BMW liegt derzeit bei rund 270 000 Stück. Die Ingolstädter verlangen geringere Listenpreise in den USA, geben nach eigenen Angaben aber auch weniger Rabatte als die Konkurrenz. Schwarzenbauer, der zuvor das US-Geschäft von Porsche leitete, soll Audi in den USA voranbringen.

Während BMW den Mini weitgehend allein produziert, teilt sich der A 1 eine Vielzahl der Komponenten mit dem Massenmodell VW Polo. Es wird ein Kampf David gegen Goliath: Denn BMW muss seine Entwicklungskosten aus lediglich rund 230 000 verkauften Autos finanzieren, während der Wolfsburger Konzern auf zwei Mio. Fahrzeugen auf Polo-Basis kommt. "Die Größenvorteile des VW-Konzerns helfen uns beim A 1 sehr", sagt Schwarzenbauer. Der A1 soll im ehemaligen VW-Werk in Brüssel produziert werden. Audi plant zunächst mit einem Absatz von rund 80 000 Stück pro Jahr - sieht aber noch viel Luft nach oben. Experten stützen die Zuversicht. Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) sieht Audi längst auf dem Weg zur weltweit erfolgreichsten Premiummarke im Jahr 2015. Das liege auch an den Kostenvorteilen im Kleinwagensegment. Audi verfüge durch seine Zugehörigkeit zum VW-Konzern über Kostenvorteile von denen "andere nur träumen können", sagte IFA-Leiter Willi Diez dem Branchenblatt "Auto Motor Sport".

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