Unternehmensteile stehen zur Debatte - Abspaltung der gesamten Autosparte gilt als unwahrscheinlich
Spekulationen um Verkäufe bei Fiat

In Mailand halten sich hartnäckig Gerüchte, wonach der Autokonzern Fiat einzelne Beteiligungen abgeben will. Angeblich will sich das angeschlagene Unternehmen sogar von seinem Kerngeschäft, der Automobilproduktion, trennen.

kk MAILAND. Entsprechende Stimmen kursierten unter den Händlern an der Mailänder Börse, die gestern trotz des Nationalfeiertags geöffnet blieb. Die Aktie legte im Laufe des Tages zwei Prozent zu, nachdem sie am Mittwoch bereits mehr als fünf Prozent gestiegen war.

Das Unternehmen mit Sitz in Turin antwortete auf Anfrage nur mit einem „No Comment“. Dass die Autosparte jedoch komplett abgespalten wird, gilt in unternehmensnahen Kreisen als abwegig. Teilverkäufe könnten dagegen nicht völlig ausgeschlossen werden, heißt es. So gilt ein Verkauf der sportlichen Marken Alfa Romeo und Maserati als eine Möglichkeit, dem gebeutelten Unternehmen dringend benötigte Barmittel zuzuführen.

Auch Verkäufe von Beteiligungen könnten ins Fiat-Konzept passen. So hält der Autobauer unter anderem Anteile an der Verlagsgruppe RCS Media Group und an der Investmentbank Mediobanca. An RCS hält der Autobauer 10,1 Prozent, an der Mediobanca 1,8 Prozent.

Die Kommunikationstochter Atlanet wird wie die Motor-Sparte Powertrain ebenfalls als Verkaufskandidat gehandelt. Eine mögliche Variante wäre dabei, dass Ifil, die Holding der Gründerfamilie Agnelli, einzelne Beteiligungen übernimmt. Damit bekäme Fiat das benötigte Geld und hätte über die loyale Familienholding indirekt weiterhin Einfluss auf die Geschäfte.

Bisher gibt es jedoch wenig Hinweise dafür, dass eine Abspaltung oder Teilverkäufe unmittelbar bevorstehen. Gerüchte über die Zerschlagung von Fiat kommen zwar seit eineinhalb Jahren in regelmäßigen Abständen immer wieder auf. Ein Mailänder Banker weist aber darauf hin, dass diese Spekulationen vor allem zu handelsschwachen Zeiten auftreten. Zum Beispiel vor einem langen Wochenende, wenn man mit wenigen Käufen oder Verkäufen die Kurse bewegen kann.

Konkret hatte Fiat in dieser Woche lediglich bekannt gegeben, dass das Finanzhaus Barclays für 119 Mill. Euro mit 51 Prozent bei Iveco Finance Holdings, dem Finanzdienstleister der LKW-Tochter der Italiener, eingestiegen ist.

Außerdem konnte Fiat seinen Marktanteil in Italien im Mai leicht verbessern – allerdings in einem insgesamt schwachen Umfeld. Die Neuzulassungen sanken in Italien um 27,9 Prozent.

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